Die Natur ist für die Malerin Brigitta Müller eine wichtige Inspirationsquelle. Dies zeigt sich in der Ausstellung der Künstlerin im Hotel Schützen in Rheinfelden. Die aus Schaffhausen stammende Malerin lebt in Basel und hat ihre künstlerische Ausbildung an der dortigen Schule für Gestaltung absolviert, wo sie regelmässig Kurse besucht. Sie reist gern und setzt ihre Eindrücke von Landschaft, Meer, Gebirgen und ihre Studien der Vogelwelt in verschiedenen Werkserien um.

In ihren Bildern lässt sie sich von Stimmungen, Farben, Empfindungen leiten und experimentiert mit vielfältigen Techniken. Beispiele dafür sieht man in der Serie «Berge» in Acrylfarbe und Spachteltechnik auf Papier. Die Gebirgsformationen, die majestätischen Gipfel, die Strukturen der Berge kommen durch die flächigen Spachtelbewegungen, die vielen übermalten Schichten und abstrahierten Formen ausdrucksvoll zum Vorschein.

Pigmente und Naturmaterialien

Besonders gern verwendet die Künstlerin Pigmente und Naturmaterialien. Dazu angeregt wurde sie im Malunterricht bei Doris Horvath, die auch Kuratorin der Ausstellungen im Hotel Schützen ist. In der Ausstellung sind solche Bilder in Acryl und Pigmenten auf Leinwand zu sehen. Etwas Mystisches und Geheimnisvolles haben die imaginären Landschaften unter dem Titel «Perlen» und «Perlensteine».

Ebenfalls in dieser vielschichtigen Malweise mit Pigmenten, Acryl, Marmormehl oder Asche ist die Serie «Vogelfrei» entstanden. Brigitta Müller hat die Vögel in freier Natur beobachtet. In einem Bild tauchen in feinkörnigen sandigen Strukturen die grünlich-orangefarbenen Bienenfresser auf, die in Afrika heimisch sind und in sandigen Höhlen brüten. Das Element des Fliegens, der Bewegung, der Schwerelosigkeit hält die Malerin in Bildern des Vogelflugs fest.

Brigitta Müller lässt den Betrachtern Freiräume zur Interpretation, etwa in dem Bild «Wasserwege», in dem die fliessenden Farben in Blaunuancen an Wasserfälle denken lassen. Die Urgewalten der Natur veranschaulicht ein Bild von Küsten, Felsen, Wasser, alles in fliessenden Übergängen. Die Motive sind zwar naturnah dargestellt, aber nie zu konkret, sondern so, dass sie die Fantasie des Betrachters anregen.

Die Ausstellung in Rheinfelden läuft bis zum 7. Oktober. Am 1. und 8. September ist die Künstlerin von 14 bis 17 Uhr vor Ort. (AZ)