Tief und unergründlich liegt das bis zu zweieinhalb Meter tiefe Gewässer da. Wie viele Karpfen darin leben, ist auch der Fischerzunft Rheinfelden unbekannt, die Weiher und Aussengelände von der Stadt gepachtet hat. Ein paar hundert dürften es sicher sein. Ungezählt sind ebenso die Wasserschildkröten und Goldfische, die im Salmenweiher eine neue Heimat gefunden haben - dort ausgesetzt von ihren einstigen Besitzern. Spuren hat auch ein Biber hinterlassen. Bäume, die der Nager angefressen hat, musste die Fischerzunft absägen. Aber weder Zunftmeister Markus Hunn noch Vizepräsident Peter Wenger haben jemals die grosse Ringelnatter zu Gesicht bekommen, von der immer wieder die Rede ist.

1951 wurde die Fischerzunft wiederbegründet. Seit den siebziger Jahren steht das Vereinsdomizil am Salmenweiher. Fritz Fleig alias «Fischers Fritz» trieb die Ansiedlung seinerzeit voran. 92-jährig ist er im Januar dieses Jahres gestorben. Schon unter Fleigs Regie lud die Fischerzunft zwei Mal im Jahr zum Fischessen ein. Am 25. und 26. August ist es wieder soweit. Dann stehen abermals ganze Zander und Hechte sowie Fischfilets, in Bierteig ausgebacken, auf der Speisekarte. Derweil dürfen die weihereigenen Karpfen beruhigt weiterschwimmen. Sie geniessen das ganze Jahr über Schonzeit.

Mit Seerosen bewachsen

Heute ist der Salmenweiher vor allem ein Seerosengewässer. Doch das war nicht immer so. «Zuvor hatten wir weit mehr Schilf hier», berichtet Wenger. Dass es heute nur noch Reste davon gibt, liegt auch den Karpfen. Sie knabberten unter Wasser die Wurzeln an. Die Folge: Die Pflanzen starben ab. Wenger weiss auch noch, wie vor rund sechs Jahren einmal der gesamte Teich abgelassen werden musste - er verfügt über einen Abfluss in den Rhein. Tonnen von Schlamm kamen zum Vorschein. Bagger entfernten ihn. Das Grundwasser, das den Salmenweiher speist, konnte wieder ungehindert fliessen. Er ist ein Karpfenteich, aber auch Forellen fühlen sich darin wohl. Für Wenger belegt das die gute Wasserqualität.

Am Ufer liegt seit Jahren ein alter Kahn vertäut. Viele Besucher halten ihn nur für Dekoration. Doch die Fischerzunft nutzt ihn aktiv - zur Fütterung, zur Pflege der Ufer und der Wasserpflanzen. Dabei ist und bleibt es das einzige Verkehrsmittel auf dem kleinen See. Bootsverleih im Sommer oder Schlittschuhfahren im Winter kommt für den Traditionsverein nicht in Frage. Das Gewässer soll Spaziergängern und Velofahrern das Erholungsgewässer bleiben, das sie kennen. Und um Bier zu kühlen, braucht es den Salmenweiher ja auch nicht mehr. Wozu gibt es denn elektrische Kühlschränke?