Eine Spiegelkugel, Discobeleuchtung und Lautsprecherboxen an der Decke, eine Holzbar auf der linken Seite: Gemeindeschreiber Marco Treier, Finanzleiterin Sandra Siegenthaler und Verwaltungsmitarbeiterin Anna Cristofano arbeiten an einem ungewöhnlichen Ort.

Weil das alte Gemeindehaus von Obermumpf umgebaut wird, wurde die Verwaltung in den grossen Saal des Restaurants Rössli verlegt. «Es gibt schon hin und wieder, Leute die Sprüche machen», erzählen Frau Gemeindeammann Eva Frei und Gemeindeschreiber Marco Treier.

«Geht ihr einen heben?», werden die Gemeinderatsmitglieder und die Verwaltungsangestellten manchmal auf dem Weg zum «Rössli» scherzhaft gefragt. Oder: «Sitzt ihr wieder den ganzen Tag in der Beiz?»

Frei und Treier tragen es mit Fassung. Das Verwaltungsteam fühlt sich im «Rössli» sichtlich wohl. «Wir sitzen enger beieinander als früher im Gemeindehaus», sagt der Gemeindeschreiber.

Während der Schalteröffnungszeiten können keine Sitzungen abgehalten werden, weil kein separater Raum zur Verfügung steht. Auch der Gemeinderat tagt im hinteren Saalteil, der nur durch Büroschränke abgetrennt ist. «Das sind aber die einzigen Einschränkungen», sagt Treier. Auch das Archiv konnte im Restaurantsaal untergebracht werden.

Ins Gasthaus aus Spargründen

In das Gasthaus ist die Verwaltung aus Spargründen gezogen: «Ein Provisorium aus Containern wäre um einiges teurer zu stehen gekommen», erklärt Frei. Obermumpf muss auf den Finanzhaushalt achten. Für die Sanierung und Erweiterung des baufälligen Gemeindehauses aus dem Jahr 1877 hat die Gemeindeversammlung Ende 2012 einen Kredit von rund 1,9 Millionen Franken bewilligt. Das Erdgeschoss bleibt der Verwaltung erhalten.

In den beiden Obergeschossen werden vier altersgerechte Wohnungen eingerichtet. «Das hilft uns bei der Finanzierung», erklärt Frau Gemeindeammann Eva Frei. In einem ländlichen Dorf wie Obermumpf seien Alterswohnungen durchaus gefragt. Die ersten Interessenten haben sich bereits bei der Gemeinde gemeldet. Auf der Hinterseite wird das Gemeindehaus um einen Anbau für das Archiv erweitert.

Dorfvereine helfen mit

Bald kann die Verwaltung die Halbzeit ihres Gastspiels im «Rössli» feiern. Im vergangenen August ist sie in die Dorfbeiz gezogen. Auch das Verwaltungsteam packte beim Umzug an. «Wir sind keine reiche Gemeinde, dafür sind die Leute sehr solidarisch», betont Frei. Mehrere Dorfvereine halfen mit, das alte Gebäude zu entrümpeln.

Gegen Ende des Jahres kann die Verwaltung voraussichtlich ins Gemeindehaus zurückkehren. Durch eine Einsprache des Heimatschutzes und eine kleine Projektänderung wegen des Rutschhangs haben sich die Bauarbeiten um rund drei Monate verzögert. Der Abschluss der Bauzeit soll im Dorf gebührend gefeiert werden, wie Frei erklärt. Wie und wann, sei gegenwärtig noch offen.