Weiterverwerten oder in den Kehricht schmeissen? Beim Bioabfall teilt sich das Fricktal in zwei Lager. Während im unteren Fricktal mit der neuen Bioklappe in Stein bereits die 15. Sammelstelle für Bioabfall aus Haushalten eingerichtet wird, sucht man sie im oberen Fricktal vergebens.

Und so werde es in naher Zukunft wohl auch bleiben, sagt Franz Wülser, Gemeindeschreiber II in Frick. Die Entsorgung sei hier anders geregelt. «Wir haben eine Grüngutabfuhr, über die auch Rüstabfälle entsorgt werden können. Oder man gibt diese der normalen Kehrichtabfuhr mit.» Grössere Mengen Bioabfall, zum Beispiel aus dem Gastrobereich, würden durch private Unternehmen entsorgt.

Kein Bedarf

Vorstösse betreffend Entsorgung des Biomülls sind vor einigen Jahren bereits unternommen worden. So startete der Gemeindeverband für Abfallbewirtschaftung oberes Fricktal, GAOF eine Umfrage bei den Gemeinden. «Wir wollten wissen, ob eine zentrale Lösung für die Abfuhr von Grüngut und Bioabfällen gewünscht wird», sagt Daniel Suter, Präsident des GAOF. Die Gemeinden entschieden, die Entsorgung weiterhin selbstständig zu lösen.

Als einziger Ort im oberen Fricktal stellte Laufenburg eine Bioklappe auf. Vor einigen Monaten wurde diese jedoch entfernt. Die Anschaffung eines neuen Gerätes wurde fällig, was jedoch laut Gemeindemitteilung zu teuer ist. Die Bioklappe wird daher nicht ersetzt. Martin Leuenberger von der Leureko AG in Laufenburg, Abnehmerin der Abfälle aus den Bioklappen, sieht die Diskrepanz zwischen unterem und oberem Fricktal in der unterschiedlichen Einstellung der beiden Gemeindeverbände für Abfallbewirtschaftung, GAF und GAOF.

«Im unteren Fricktal hat sich der GAF schon vor 15 Jahren der Ressourceneffizienz verschrieben», sagt Leuenberger. Das habe sicher auch mit dem urbaneren Charakter der Gemeinden zu tun. «Im oberen, eher bäuerlich geprägten Fricktal besteht weniger Interesse», sagt Leuenberger. «Wir haben in den letzten Jahren einige Anläufe betreffend Bioklappe unternommen. Bisher ohne Erfolg.» Wenn etwas kostet, meint Leuenberger, dann sei es eher schwierig, die Leute zu motivieren.

Mit den Gebühren, die beim Entsorgen an der Bioklappe anfallen, hat man im unteren Fricktal keine Probleme. «Unsere Bioklappen werden sehr gut genutzt», sagt Gisela Taufer vom GAF. Auch die Entsorgungsvorschriften werden eingehalten. «Wir haben sehr wenig Fremdmaterial im Entsorgungsgut», sagt Taufer.

Von allen Bioklappen, die im unteren Fricktal eingerichtet wurden, musste nur jene in Zeiningen mangels Nutzung geräumt werden. Für die Bioklappe in Stein gilt vorerst eine Versuchsphase. Die nächsten Monate werden über ihr Schicksal entscheiden.