Frick

Geheimtipp «Blues Caravan»: Eine rosige Zukunft für den Blues

Ally Venable, Ina Forsman und Katarina Pejak (v.l.) beim Konzert in Frick.

Ally Venable, Ina Forsman und Katarina Pejak (v.l.) beim Konzert in Frick.

Der «Blues Caravan» gastierte am Mittwoch in Fricks Monti. Ina Forsman, Ally Venable und Katarina Pejak zeigten, dass der Blues keine Altherrensache ist.

Die in Finnland geborene Ina Forsman mag die Schweiz. Das sei ein schöner Ort, sagte sie nach zwei Liedern. Shopping mag sie auch, ganz besonders Kleidershopping. Geht in der Schweiz zwar ins Geld, fand sie, «aber die Qualität stimmt». Ob sie das grüne Kleid, das sie bei ihrem Auftritt trug, auf dem Weg in Fricks Monti erworben hat, verriet sie nicht. Aber es stand ihr gut. Machte aus der «Blues-Röhre» eine elegante Sängerin.

Forsman zur Seite: Gitarristin und Sängerin Ally Venable aus den USA und Katarina Pejak, Keyboarderin und ebenfalls Sängerin aus Serbien. Im Hintergrund Roger Inniss am Bass und Elijah Owings am Schlagwerk – zwei zuverlässige Vollblutmusiker, die quasi den Rahmen für die jungen Damen auf der Bühne vor ihnen bildeten.

Nur wenige Coverversionen

«Ruf Records» hat dem von sich ins Leben gerufenen europaweit tourenden «Blues Caravan» eine Frischzellenkur verpasst. Forsman, Venable und Pejak haben die 30 noch nicht erreicht. Ihr Auftritt im Fricks Monti machte aber klar, dass Qualität und Expressivität nichts mit dem Alter zu tun haben. Die Ladies gingen so überzeugend und unbekümmert zu Werk, als ob sie schon eine halbe Ewigkeit im Musikbusiness unterwegs wären. Das erste Set gestalteten Venable und Pejak noch ohne Forsman. Ihre Eigenkompositionen hielten Vergleichen mit denjenigen gestandener Kollegen und Kolleginnen locker stand.

«Sex kills» von Joni Mitchell war eine der wenigen Coverversionen, welche die Musikerinnen spielten, der grosse Rest war überwiegend Neuland für das Publikum. Neuland, in dem die Überraschung und die Aufregung immer wieder um die Ecke sprang. Etwa dann, wenn Ally Venable einer ihrer drei Gitarren freien Lauf liess. Wenn sie die einmal kurz angeschlagenen Saiten bis zum Gehtnichtmehr in Schwingung hielt, um es danach gepflegt krachen zu lassen.

Sie konnte auch langsam: «You like slow Blues?» – also: «Mögt ihr langsamen Blues?» Kehlige mehrstimmige Antwort aus dem Publikum: «Yeah!» Also: slow Blues. Der dann nach einer Weile an Fahrt aufnahm, zügig vorwärtstrieb und mit ausufernden Soli dem Temperament seiner Interpretin gerecht wurde.

Einige Schätze von früher

Das zweite Set nach der Pause begann Ina Forsman mit einem Lied für ihre Schwester ohne Instrumentalbegleitung. Sie werde eine Menge bisher noch nicht gehörte Songs mitbringen, hatte sie angekündigt, «genauso wie einige funkige, fast vergessene Schätze von früher». Es dauerte nicht lange, bis sie diese Schätze auspackte. Die Stimmung im Saal war ja schon vorher prima, aber offenbar noch zu einer Steigerung fähig.

Irgendjemand hat im Zusammenhang mit den drei Musikerinnen mal das Wort «Geheimtipp» ausgesprochen. Wenn dies auf Ina Forsman, Katarina Pejak und Ally Venable zutreffen sollte, hat der Blues eine rosige Zukunft vor sich.

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