Zeiningen
Gefährliche Kreuzung? In den letzten drei Jahren kam es auf der Zeiningerhöhe zu fünf Unfällen

Vergangenen Montag kam es bei der Kreuzung Juchgasse/Landstrasse zu einer Kollision, bei der drei Personen verletzt wurden. Das war nicht der erste Unfall dort — auf der Zeiningerhöhe knallt es häufig. Nun überprüft der Kanton den Streckenabschnitt.

Nadine Böni
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Der Kanton will die Infrastruktur der Kreuzung Juchgasse (rechts)/Landstrasse untersuchen.

Der Kanton will die Infrastruktur der Kreuzung Juchgasse (rechts)/Landstrasse untersuchen.

Nadine Böni

Erst am Montag passierte es wieder: Auf der Kreuzung auf der Zeiningerhöhe knallten zwei Autos ineinander. Eine 75-Jährige wollte von der Zeininger Juchgasse her die Landstrasse überqueren und stiess mit einen Ford zusammen, der von Mumpf in Richtung Möhlin unterwegs war. «Nach ersten Erkenntnissen dürfte sie den Vortritt missachtet haben», schreibt die Kantonspolizei.

Beim Unfall handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall, im Gegenteil: In den vergangenen drei Jahren kam es auf dem Streckenabschnitt zu mindestens fünf Unfällen mit Verletzten. Das ergibt eine Auswertung der Mitteilungen der Kantonspolizei.

Am Montagmorgen kam es zu der seitlich-frontalen Kollision.
3 Bilder
Der Nissan kam auf der Seite liegend zum Stillstand.
Die beiden Personen, die im Ford sassen, wurden verletzt.

Am Montagmorgen kam es zu der seitlich-frontalen Kollision.

Kapo Aargau

Falscheinschätzung der Lenker

«Ich befahre die Kreuzung selber nur vorsichtig», sagt Gemeindepräsidentin Gisela Taufer. Sie weiss um die vielen Unfälle in den letzten Jahren. Über die Gründe aber kann sie nur Mutmassungen anstellen.

«Vielleicht unterschätzen die Lenker, die auf die Landstrasse einbiegen oder sie überqueren wollen, das Tempo der Fahrzeuge», so Taufer. Dieser Meinung ist auch Kai Schnetzler, Sektionsleiter Verkehrssicherheit beim Kanton Aargau: «Um eine detaillierte Einschätzung abzugeben, müsste die Kreuzung genauer analysiert werden. Ich vermute aber, dass es sich um Fehleinschätzungen durch die Lenker handelt.»

Das immer gleiche Unfallbild deute auf diesen Schluss hin. «Es sind jeweils die querenden Fahrzeuge, die den Vortritt missachten», erklärt Schnetzler. Diese Einschätzung teile auch die Kantonspolizei.

Sie kommt ausserdem zum Schluss, dass auf der Strecke zwischen Mumpf und Möhlin «nicht übermässig schnell» gefahren werde, sagt Schnetzler. «Geschwindigkeitskontrollen zeigen, dass sich die Lenker grösstenteils an die vorgeschriebenen 80 km/h halten.»

Mit ein Grund für die Fehleinschätzung könnte dagegen sein, dass die Kreuzung übersichtlich ist. «Vielleicht unterschätzen die Leute deshalb die Gefahr», sagt Schnetzler. Gemeindepräsidentin Taufer appelliert an die Lenker, lieber etwas länger an der Kreuzung zu warten, anstatt einen Zusammenprall zu riskieren. Ausserdem hielte sie es «für sinnvoll, wenn die Kreuzung analysiert und allfällige Massnahmen geprüft würden», so Taufer.

Massnahmen noch unklar

Ein Wunsch, der in Erfüllung geht: Die Unfälle haben den Kanton dazu bewogen, die Sicherheit auf der Kreuzung im Lauf des Jahres erneut zu überprüfen. 2010 liess der Kanton die Situation schon einmal analysieren.

Damals wurden anschliessend Verkehrsinseln mit Mehrzweckstreifen installiert – und wenig später wieder entfernt. «Es hat sich gezeigt, dass sie für die Situation ungeeignet sind», sagt Schnetzler.

Zu allfälligen neuen Massnahmen will er noch keine Stellung nehmen. Man gehe ergebnisoffen an die Aufgabe heran. «Es gilt, die Infrastruktur zu überprüfen und zu analysieren, was zum Fehlverhalten der Autolenker führt – und ob hier auch die Infrastruktur eine Rolle spielt», so Schnetzler.