Der Frühling lockt Wanderer, Spaziergänger, Mountainbiker, Hundehalter und Reiter wieder vermehrt nach draussen. Wenn sie aufeinandertreffen, kann es jedoch zu Konflikten kommen. Im letzten Jahr etwa führte dies in Kaiseraugst zu Reklamationen. «Immer wieder werden Fussgänger von Fahrradfahrenden überrascht, die entweder schnell auf engen Wegen entgegenkommen oder aber ohne irgendeinen Hinweis überholen», schrieb die Gemeinde damals in einer Mitteilung.

Gemäss Förster André Schumacher hat sich die Situation seither beruhigt. Er habe schon länger keine Reklamationen mehr vernommen. Auch in Mettauertal hat es in letzter Zeit keine Meldungen gegeben. «Da der Wald aber für immer mehr Freizeitaktivitäten genutzt wird, nimmt das Konfliktpotenzial tendenziell zu», sagt Gemeindeschreiber Florian Wunderlin. Um Konflikte zu vermeiden, rät er zu gegenseitiger Rücksichtnahme.

Hüpfende Lichter stören Pferde

Diese scheint weitgehend vorhanden zu sein. Im Fricktal sei zu beobachten, dass «Spaziergänger und vor allem Hundeführer sehr rücksichtsvoll sind», sagt Ursula Hess vom Fricktalischen Reiterclub.

Ganz ohne Probleme geht das Miteinander auf den Flur- und Waldwegen dann aber doch nicht. «Problematisch sind die Velofahrer oder Töfflifahrer, die nicht wissen, dass ein Pferd ein Fluchttier ist. Hier gibt es manchmal schwierige oder gefährliche Situationen», so Hess. Für Reiter schwierig seien zudem Jogger, die nachts mit Lampen unterwegs sind. Die Lampen könnten zum Scheuen des Pferdes führen, weil die hüpfenden Lichter schwer einschätzbar seien.

Die Reiter selber macht der Fricktalische Reiterclub sporadisch auf die Verhaltensregeln des nationalen Pferdesportverbands aufmerksam. So solle man etwa an Spaziergängern im Schritt und nicht im Galopp vorbeireiten.

Christine Neff, Geschäftsleiterin des Juraparks Aargau, sind kaum Konflikte auf Feld- und Waldwegen bekannt. Gemäss den wenigen Meldungen seien es am ehesten Konflikte zwischen Wanderern und Bikern, sagt sie. Der Jurapark ist der lokale Träger der Mountainbike-Route Tiersteinberg, die vor einem Jahr eröffnet wurde. Auf der Route seien ihr keine Probleme bekannt, so Neff. Sie sei gemeinsam mit dem Forst, den Jägern, dem Naturschutz und den Aargauer Wanderwegen «sorgsam geplant» worden. Brigitte Schmid, Gemeindeschreiberin in Wegenstetten, das an der Bike-Route liegt, bestätigt Neffs Aussage. Die Route werde rege benutzt, sagt sie. «Probleme oder negative Reaktionen sind uns nicht zu Ohren gekommen.»

Konkrete Verhaltensregeln, damit dies auch künftig so bleibt, nennt Bruno Hirschi von der Stiftung Schweiz Mobil, die in der Schweiz die LangsamverkerRouten koordiniert. Wanderer und Biker sollten nach Möglichkeit die für sie bezeichneten Wege nutzen, so Hirschi. Velofahrer sollten sich frühzeitig bemerkbar machen und das Tempo reduzieren, wenn sie Fussgänger passieren. Letztere sollten ihrerseits die Biker vorbeifahren lassen, ohne sie unnötig zu behindern.