Wittnau

Geburtshilfe bis Weltfrieden: Auf dem Estrich des Pfarrhauses wird gelacht

«RestRisiko» suchten im Geburtssaal nach dem Weltfrieden. ari

«RestRisiko» suchten im Geburtssaal nach dem Weltfrieden. ari

Bereits zum 14. Mal lud Pfarrer Christoph Küng zur Kultur auf dem Estrich des Pfarrhauses – diesmal mit jeder Menge Humor. Am Humorfestival sorgten die Kabarettisten von «RestRisiko» für Lacher.

Bereits zum 14.Mal lud Pfarrer Christoph Küng mit seinem Gemeinderat zur Kultur auf dem Estrich des Pfarrhauses Wittnau ein. Und erstmalig in diesem Jahr zu einem erweiterten Humorfestival mit jeder Menge Spass an zwei hintereinanderfolgenden Abenden.

Am Freitagabend präsentierte das Kabarettquartett «RestRisiko» sein Programm «Bitte hächeln», am Samstag nahmen die drei musizierenden Ulknudeln des 1986 gegründeten Ensembles «Los Chicos Perfidos» die Zuschauer scharfgewürzt mit nach Mexiko.

Schon seit 12 Jahren spielen die vier «RestRisikanten» Tina Zimm, Sängerin, Schauspielerin und Stepptänzerin aus Grenzach-Wyhlen, Ronald Kaminsky, Gründer des Kabaretts und zu Hause im Schwarzwald, Esther Deiss aus Rheinfelden sowie der Basler Roland Degen zusammen.

Weltfrieden im Wartesaal

Das Programm an diesen Abend, «Bitte hächeln», war eine Adaption zwischen Geburtshilfe und den Untiefen im Leben. Mit Ironie und Spott liessen sie sich nieder im Warteraum vor dem Kreissaal, bezogen sofort auch das Publikum mit ein ins vergnügliche Geschehen. Die Wartezeit auf den heiss ersehnten Neuling vertrieben sie sich mit den eventuell infrage kommenden Vätern und Samenspendern, stellten allerlei tiefgründige Überlegungen an, hatten schöne Visionen, um vielleicht auch mal den Weltfrieden im ökumenischen Krankenhaus auszutragen.

Doch die Topkandidaten dafür – Obama, Putin und Merkel – eigneten sich auch beim 289. Versuch nicht dafür und der Papst hatte längst resigniert die Flucht ergriffen. Leider sei bisher nur der Weltkrieg ausgetragen worden.

Arzt und Schwester Hildegard dachten nach über lockende Erlebnispädagogik beim Gebären, über die vielen leeren Betten im Kreissaal, vor allem bei den Deutschen. Nicht so im Fricktal, wussten sie, doch das auch wegen eines Migrationshintergrundes. Sie versuchten mit Wortspielereien den Dingen auf den Grund zu gehen, verhedderten sich jedoch schon bei den ausufernden Ursachen wie Finanz - und Eurokrise, trotz aufgespannten Rettungsschirm.

Sie sangen, trommelten und spielten drauflos, mussten am Ende jedoch erkennen, den Vater des Weltfriedens nicht zu finden, weil das Richtige dafür nicht getan wird, obwohl genug Zeit vorhanden war. Der mitgebrachte Blumenstrauss blieb herrenlos, das richtige Elternpaar war nicht zu finden. So blieb vom Abend, an dem viel gelacht wurde, auch Nachdenklichkeit zurück.

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