Als «Ende eines langen und intensiven Abschnitts in der Geschichte des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt» erachtet dessen Geschäftsführer Beat Karrer die offizielle Eröffnung und Freigabe des neuen Fussgängerübergangs an die Öffentlichkeit sowie die Einweihung des neuen Umgehungsgewässers für Fische. Am gestrigen Donnerstagnachmittag war es nämlich so weit, dass der Abschluss der Bauarbeiten gebührend gefeiert werden konnte.

Definitiver Rheinübergang

Ein Teilprojekt im Rahmen der Auflagen bei der Neuvergabe der Konzession für das Kraftwerk, das sich bei Möhlin-Riburg auf Rheinfelder Gemeindegebiet befindet, war die Erstellung eines nun definitiven Übergangs über den Rhein. Er ersetzt den schon vor Jahren errichteten provisorischen Weg entlang des Kraftwerksgebäudes. Die neue Brücke führt um das Maschinenhaus herum und ist für die Bevölkerung ab sofort tagsüber von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Der Steg ermöglicht ganz neue Blickwinkel auf das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt (KRS) und den Fischpass. Die neuen Aussenanlagen können jetzt schon besichtigt werden; im Frühling 2015 soll dann aber der Bevölkerung an einem Tag der offenen Tür auch das Kraftwerk mit der interessanten Technik gezeigt werden.

Energiegewinnung und Natur

«Als Wasserkraftwerkler bin ich sehr stolz, dass an diesem Standort ein nachhaltiges Miteinander von Energiegewinnung und Natur ermöglicht wird», führte Beat Karrer an der Einweihungsfeier aus. Denn gebaut wurde sowohl für Mensch als auch für Fisch und dabei rund 20 Millionen Franken investiert. So wird das neue Umgehungsgewässer von den Schuppentieren bereits als willkommene Aufstiegsmöglichkeit wahrgenommen. Erste positive Ergebnisse der Aufstiegskontrolle belegen dies eindrücklich, obschon eine definitive Aussage erst nach Abschluss der aktuellen Fischzählungen und der Auswertung der Resultate getroffen werden kann.

Ins Jahr 1990 gehen die Grundlage für die geleisteten Arbeiten zurück. Damals wurden die ersten Studien in Auftrag gegeben, welche den Zustand der Kraftwerksanlage und die allfälligen Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen sollten. Dies geschah mit dem Wissen, dass die alte, bis 2010 gültige Konzession zu erneuern war. Die Resultate zeigten, dass sich die 1927 bis 1931 erstellte Anlage noch in einem sehr guten Zustand befindet.

«Zusammenarbeit über die Grenze»

«Der neue Steg stellt einen weiteren Mosaikstein dar in der Zusammenarbeit über die Grenze», führte der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni aus. Franco Mazzi, Stadtammann von Rheinfelden, sieht in der aufgewerteten Kraftwerkanlage eine Bereicherung der Gemeinden und der ganzen Region, auch in Verbindung mit dem Radwegnetz hüben und drüben. Arthur Brugger, Bürgermeister von Schwörstadt, zeigte grosse Freude am Fussgängerübergang und erinnerte sich: «Es kamen und gingen drei Kraftwerkdirektoren, bis der neue Steg endlich gebaut werden konnte.»

Gebaut für Mensch und Fisch: Fussgängerübergang und Umgehungsgewässer eingeweiht

Gebaut für Mensch und Fisch: Fussgängerübergang und Umgehungsgewässer eingeweiht