Ein Holztisch unter einem blühenden Kirschbaum, darauf ein Krug mit Tee, ein Kuchen, ein paar Äpfel und ein Einmachglas mit Kirschen. Es ist gerade Znünipause an diesem Dienstagmorgen im «SoKuGarten» in Frick. Am Tisch sitzen Su Freytag, zwei freiwillige Helfer und ein Asylbewerber aus Afghanistan mit seinen Kindern.

Seit gut zwei Wochen laufen auf der Parzelle an der Industriestrasse die Vorbereitungen für das Projekt. Im Garten für Migranten sollen diese einen Einblick in den Gemüseanbau erhalten, Deutsch lernen und sich mit der Schweizer Kultur vertraut machen. Die soziokulturelle Animatorin Su Freytag hat das Projekt bereits vor einem Jahr lanciert. Auf diese Saison hin ist der Garten an die Industriestrasse gezügelt. «Es war schwierig, einen neuen Standort zu finden», sagt Freytag.

Die Leute grüssen schon

Nicht jeder möchte in der Nachbarschaft einen Garten, in dem den Sommer hindurch gut ein Dutzend Asylbewerber Gemüse anpflanzen und gemeinsam Zeit verbringen. «Von daher passt der neue Standort. Hier gibt es keine unmittelbaren Nachbarn», sagt Freytag. Und: Es gibt viel Publikumsverkehr zwischen A3-Center und Dorf. «Viele Leute grüssen bereits beim Vorbeigehen. Das freut uns», sagt Freytag.

In diesen Tagen wird die Erde im Garten aufgelockert und geebnet, um später Beete anlegen zu können. Kommende Woche sollen die ersten Blumen gepflanzt und dann nach und nach auch Gemüse gepflanzt werden. Im Hintergrund arbeiten Freytag und ihre Helfer an der weiteren Ausrüstung des «SoKuGartens». Der Garten liegt zwar in der Landwirtschaftszone. Freytag hofft aber, dass sie trotzdem eine provisorische Bewilligung für einen Bauwagen bekommt. Dort könnte das Material gelagert werden. Und die Asylsuchenden hätten ein Plätzchen, um zu arbeiten oder zusammenzusitzen, wenn es draussen das Wetter nicht zulässt.

Sobald in den kommenden Tagen und Wochen die ersten Migranten in die Asylunterkunft im Werkhof einziehen, werden sie einen Besuch von Su Freytag bekommen. Sie möchte ihr Projekt bei den Männern bekannt machen. «Ich erlebe immer wieder, dass es Gift ist für einen Menschen, wenn er nur herumsitzen und nichts tun kann», sagt Freytag.

Begegnung statt Ausgrenzung

Sie hofft, dass sie einige Asylsuchende zum Mitmachen bewegen kann. Im Garten sollen sie gemeinsam an einem Projekt arbeiten können – und einen Ertrag erzielen: «Letztes Jahr wurden jede Woche mehrere Kilogramm Gemüse geerntet», sagt Freytag. Willkommen sind im Garten aber auch Schweizer ohne Arbeit, Sozialhilfebezüger oder freiwillige Helfer. «Es soll ein interkultureller Garten werden», sagt Freytag.

Die Idee ist es, dass sich die verschiedenen Kulturen kennenlernen. Begegnung statt Ausgrenzung. Zum Znüni etwa soll nach Möglichkeit jeder etwas aus seiner Heimat mitbringen. So könnten in Zukunft neben Kuchen und Kirschen auch andere leckere Speisen auf dem Holztisch im Garten stehen.