Frick/Laufenburg
Ganze Alterszentren stehen unter Quarantäne – Besuche sind vorerst nicht mehr möglich

Der Verein für Altersbetreuung reagiert auf die steigende Fallzahlen. Alle Bewohner und Angestellten tragen nun eine Smartwatch, die alle ihre Kontakte aufzeichnet. Auch Besuche sind derzeit nicht mehr möglich.

Nadine Böni
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Alphornklänge vor dem abgesperrten Alterszentrum Klostermatte. (Archivbild)

Alphornklänge vor dem abgesperrten Alterszentrum Klostermatte. (Archivbild)

Es war ein Schock für den Verein für Altersbetreuung im oberen Fricktal (VAOF). Nachdem seine beiden Alterszentren Klostermatte in Laufenburg und Bruggbach in Frick bisher verhältnismässig glimpflich durch die Pandemie gekommen waren, wurden Ende November und Anfang Dezember in beiden Häusern gleich mehrere Bewohner positiv auf das Virus getestet (die AZ berichtete).

Sämtliche Bewohner, Angestellten und Besucher tragen eine Smartwatch, die alle ihre Kontakte aufzeichnet. «Eine Analyse des Contact-Tracings liess die Vermutung aufkommen, dass es eine interne Infektionskette geben muss», sagt VAOF-Geschäftsführer André Rotzetter. Dass das Virus also von mindestens drei Personen, die asymptomatisch waren, unabhängig voneinander von aussen in die Häuser eingeschleppt wurde und sich dort zunächst unbemerkt verbreitete.

Bewohner leiden unter den wegbrechenden Sozialkontakten

Dank des Contact-Tracings konnten für die Betroffenen rasch Isolation oder Quarantäne angeordnet werden. Auch wurden seither alle Abteilungen voneinander unabhängig betrieben und Abteilungen mit Betroffenen komplett unter Quarantäne gestellt. «Leider konnte die Verbreitung des Virus trotz der ergriffenen Massnahmen nicht ganz gestoppt werden», sagt Rotzetter. Die genaue Anzahl an Coronafällen in den beiden Alterszentren ist für ihn nicht relevant, sondern wie viele Bewohner einen schweren Krankheitsverlauf haben – «und dies kann sich schnell ändern», so Rotzetter.

Deshalb hat der VAOF entschieden, beide Alterszentren voraussichtlich bis am 6. Januar unter Quarantäne zu stellen. Das bedeutet unter anderem, dass Besuche von Angehörigen bis dann nicht möglich sind – mit wenigen Ausnahmen, etwa im Falle einer Sterbe­begleitung. Der Entscheid ist den Verantwortlichen nicht leicht gefallen.

Sie wissen, dass die Bewohner enorm unter den wegbrechenden Sozialkontakten leiden. Rotzetter selbst hat sich während der Pandemie bisher stets dahin gehend geäussert, dass Besuche von Angehören ermöglicht werden sollten. «Es ist eine Güterabwägung zwischen Schutz und Lebensqualität», sagt er. «Für den Moment mussten wir den Schutz höher gewichten.»

Bisher gäbe es in den beiden Alterszentren nur wenige schwere Verläufe und drei Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion. «Zwei Erkrankte gelten gemäss Richtlinien des Bundes ab morgen als genesen. Vielen Bewohnern, die positiv getestet wurden, geht es den Umständen entsprechend gut oder sie haben gar keine Symptome», so Rotzetter. Er betont aber auch: «Auch das kann sich leider schnell ändern. Das Virus ist unberechenbar.» Die Stimmung unter den Bewohnern und Angestellten sei trotz allem ruhig. «Sie setzen die Vorgaben um und versuchen mitzuhelfen, dass sich die Situation schnell bessert.»