Oberes Fricktal
Fusspatrouillen in Quartieren: Polizei rückt Einbrecher auf die Fersen

Der plötzliche Tod des Chefs überschattete das Jahr 2013 der Polizei Oberes Fricktal. Trotzdem konnte das Korps all seine Aufträge erfüllen. Im 2014 soll mit Fusspatrouillen der Kriminalität in den Quartieren zu Leibe gerückt werden.

Susanne Hörth
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Werner Bärtschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal; Anton Mösch, Präsident des Führungsausschusses sowie Markus Erni, stv. Polizeichef. sh

Werner Bärtschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal; Anton Mösch, Präsident des Führungsausschusses sowie Markus Erni, stv. Polizeichef. sh

Susanne Hörth

«Er ist ein Joker», sind sich Markus Erni, stellvertretender Chef der Polizei Oberes Fricktal (POF) und Anton Mösch, Präsident des Führungsausschusses einig. Dennoch war es für Werner Bertschi kein einfacher Einstieg. Als er seine Stelle am 2. September 2013 antrat, war der Alltag im Fricker Polizeiteam noch sehr überschattet vom plötzlichen Tod von Rolf Graf, dem bisherigen Polizeichef. «Wir waren alle schockiert, es hat uns getroffen wie ein Blitz aus heiterem Himmel», so Markus Erni, der sich gemeinsam mit Daniel Meier bis zum Stellenantritt von Werner Bertschi um alles kümmerte. «Ein grosses Lob an das Team. Wir sind gemeinsam stark geworden», so Erni.

An der Medienkonferenz «Jahresbericht 2013» von gestern Dienstag unterstrich Polizeichef Werner Bertschi Ernis lobende Worte mit der Bemerkung: «Ich durfte ein bestens organisiertes Polizeikorps übernehmen. Das ganze Team hat einen unglaublichen Effort geleistet, als es darum ging, nach dem Tod von Rolf Graf das Ruder in die Hand zu nehmen. Das zeigt dieser Jahresbericht eindrücklich.»

Die Polizeifamilie ist komplett

«Wir sind eine Familie geblieben, dazu auch noch gewachsen», machte Markus Erni auf das personell verstärkte Team aufmerksam. «Die Familienplanung ist nun abgeschlossen», doppelte Anton Mösch, noch bis Ende März Präsident des Führungsausschusses POF, nach. Ab diesem Jahr gehören dem Polizeikorps auf 1240 Stellenprozent verteilt 13 Polizisten an. Drei davon sind in Ausbildung an der Polizeischule in Hitzkirch. Insgesamt (mit Zivilangestellter, Parkwächter) gehören zur Polizei Oberes Fricktal 17 Mitarbeitende.

Trotz der sehr schwierigen Umstände des zurückliegenden Jahres konnte das Polizeikorps seine Aufgaben gut meistern. Im uniformierten Aussendienst wurden 7284 Stunden (2012 waren es 7393 Stunden) geleistet. «Gemessen an der Gesamtarbeitszeit entspricht das stolzen 45 Prozent», betont ein angesichts des grossen Anteils an uniformierter Präsenz sehr zufriedener Polizeichef Bertschi. Stolz ist er auch über die gegenüber dem Jahr 2012 verdreifachte Zahl der Verhaftungen. Die 18 Verhaftungen zeigen, dass die Polizistinnen und Polizisten draussen sind.

Stark beansprucht wird die Regionalpolizei bei Rechtshilfeersuchen. 783 Mal (Vorjahr 826) wurden die Beamten hier tätig. 19 Einsätze (10 waren es 2012) leisteten die Polizisten im Bereich häusliche Gewalt. «Hier gibt es keine grundsätzliche Tendenz. In einem Jahr sind es mehr, im nächsten wieder etwas weniger», so Werner Bertschi.

Viel Zeit muss im administrativen Bereich eingesetzt werden. Hier hofft der Polizeichef, dass der Aufwand in Zukunft reduziert werden kann. Durch die besondere Situation im zurückliegenden Jahr, den Zusatzefforts, welche insbesondere Markus Erni und Daniel Meier infolge des Todes von Rolf Graf geleistet haben, mussten im Bereich Verkehrsinstruktion 2013 Abstriche gemacht werden. «Vor allem bei den Veloprüfungen», so Markus Erni. Mit der Ausbildung von ein bis zwei Mitarbeitern als Verkehrsinstruktoren sollen künftig Engpässe vermieden werden.

In den Gemeinden, in denen die Polizei Oberes Fricktal zuständig ist, fahren rund 13 Prozent der motorisierten Verkehrsteilnehmer zu schnell. 5745 Mal wurde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit übertreten. Davon waren die meisten Fahrzeuge einen bis fünf Stundenkilometer zu schnell unterwegs.

Jahresziele 2014

Nach dem Rückblick auf die vorliegenden Zahlen formulierte Werner Bertschi die Ziele für das laufende Jahr. Hier wird der Fokus auf drei Schwerpunkte gesetzt. «Im Bereich Kriminalitätsbekämpfung wollen wir sichtbare Präsenz durch Fusspatrouillen in den Wohnquartieren», führte der Polizeichef aus. Weiter soll eine Steigerung der Verkehrssicherheit durch gezielte Kontrolle von Fussgängerstreifen erzielt werden. Und auch in den eigenen Reihen wird auf Sicherheit gesetzt. Dazu gilt es die Grundsätze der Eigensicherung stets zu beachten und anzuwenden, so Bertschi.

Ende März wird Anton Mösch als Präsident des Führungsausschusses der Polizei Oberes Fricktal abgeben. Neu wird der Fricker Gemeindeammann Daniel Suter das Präsidium übernehmen. Mösch hat die Regionalpolizei Oberes Fricktal von der Planung bis zur erfolgreichen Umsetzung eng begleitet. «Eine Erfolgsgeschichte,» so Mösch. Dazu beigetragen hätte auch die stets gute Zusammenarbeit der Mitgliedgemeinden. «So kann es weitergehen», erklärt (noch) Präsident Anton Mösch.