Immer wieder ereignen sich auf Fussgängerstreifen schwere Unfälle. Bei nebliger Witterung und früh einsetzender Dämmerung erweist sich der Gang über die Strasse als besonders gefährlich: Die diffusen Lichtverhältnisse lassen den Automobilisten einen Passanten meist erst spät erkennen. Erst vor kurzem kam es in Möhlin vor dem Altersheim Stadelbach zu einem tödlichen Unfall. Eine Automobilistin erfasste spätabends auf der Landstrasse in Richtung Mumpf fahrend einen Mann auf dem Fussgängerstreifen. Er erlag einige Tage später seinen Verletzungen.

Hohe Geschwindigkeit

Der Fussgängerstreifen vor dem Seniorenzentrum Stadelbach in Möhlin liegt an einer gefährlichen Stelle. Automobilisten, welche sich auf der Landstrasse von Rheinfelden her kommend dem Fussgängerstreifen nähern, sehen diesen aufgrund der Strassenführung mit Kurve und Gefälle meist erst spät. Judith Dominguez, Zentrumsleiterin Stadelbach, fügt hinzu: «Viele Automobilisten fahren auch mit ziemlich hoher Geschwindigkeit durch diese Kurve auf den Fussgängerstreifen zu.» Der Streifen sei zudem schlecht beleuchtet. Die Bewohner des Altersheims würden jedoch nicht speziell auf das Risiko des Fussgängerstreifens aufmerksam gemacht. «Unsere Bewohner sind sowieso sehr vorsichtig beim Überqueren der Strasse, wir müssen sie nicht zusätzlich sensibilisieren», so Judith Dominguez.

Keine Massnahmen geplant

Im Rahmen des Handlungsprogramms «Fussgängerstreifen 2012» hat die Abteilung Tiefbau des Kantons Aargau 1500 Fussgängerstreifen und 100 Querungsstellen auf ihre Sicherheit überprüft und bei 50 Stellen dringenden Handlungsbedarf festgestellt. Möhlin gehört hier nicht dazu. Im Zuge der Sanierung der Landstrasse von der Bachbrücke in Richtung Mumpf sind für beide Fussgängerstreifen auf dem Strassenabschnitt keine Änderungen geplant.

Alex Joss, Projektleiter beim Amt für Tiefbau des Kantons Aargau und Verantwortlicher im Sanierungsprojekt, meint hierzu: «Wird eine Strassensanierung geplant, ist die Sicherheit immer ein wichtiger Punkt. Bei den besagten Fussgängerstreifen sind die gängigen Sicherheitsnormen erfüllt.» Zudem appelliert er an die «Eigenverantwortung» der Verkehrsteilnehmer: Ein rücksichtsvolles Verhalten aller sei immer die beste Unfallprävention, so der Fachmann.

Bessere Beleuchtung

Judith Dominguez überquert den Fussgängerstreifen selbst sehr oft und schlägt deshalb vor: «Schon eine bessere Beleuchtung oder Schilder zur Drosselung des Tempos im Kurvenbereich würden die Sicherheit erhöhen.» Auch wenn der Fussgängerstreifen theoretisch den gängigen Sicherheitskriterien entspricht, so bleibt er im täglichen Strassenverkehr ein Risiko. Sowohl für Automobilisten als auch für Passanten.