Fricktal
Für Veganer lohnt es sich, im Restaurant nachzufragen

Wer auf tierische Produkte verzichtet, kommt vielerorts nur auf ausdrücklichen Wunsch zu seinem Essen. Im Fricktal ist der Veganismus noch nicht sehr verbreitet. Doch es gibt bereits zwei Standorte, die vegane Alternativen im Angebot haben.

Miriam Suter
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Noch ist der Trend, sich vegan zu ernähren, noch nicht ganz im Fricktal angekommen.

Noch ist der Trend, sich vegan zu ernähren, noch nicht ganz im Fricktal angekommen.

Getty Images

Sich vegan zu ernähren – also auf tierische Produkte ganz zu verzichten – hat sich in den letzten Jahren in der Schweiz zum Trend gemausert. Zwar ernähren sich laut Bundesamt für Statistik erst ungefähr 3000 Personen in der Schweiz komplett vegan, mittlerweile haben aber Sojamilch oder veganer Mozzarella ihren Weg in die Supermärkte gefunden. Zu Hause vegan zu essen ist also einfacher geworden. Anders sieht es im Gastrobereich aus: Hier sind im Fricktal die Angebote für Veganer noch rar gesät oder werden nur auf ausdrücklichen Wunsch zubereitet.

Zwei Standorte in Frick haben vegane Alternativen im Angebot: die Bäckerei Kunz und der Müllerhof, das Personalrestaurant der Jakob Müller AG. Markus Kunz, Geschäftsführer der Bäckerei Kunz, hat den Trend Veganismus schon vor einiger Zeit erkannt. «Die Nachfrage seitens der Kunden war da und auch in der Fachpresse habe ich immer wieder von veganer Ernährung gelesen», erzählt er. Bei einem Berufskollegen in Bern hat er dann erfahren, wie solche Produkte aussehen und schmecken können und sich entschlossen, in seiner Filiale einen Versuch zu starten. Die Bäckerei Kunz hat zwei vegane Sandwiches im Sortiment: Gefüllt sind sie mit gegrilltem Gemüse, Tofu oder Seitan, einem Fleischersatzprodukt aus Weizeneiweiss.

Veganes nur auf Verlangen

Vegane Sandwiches stehen im Müllerhof noch nicht auf dem Speiseplan. Wer auf tierische Produkte verzichten will, muss aber auch hier nicht hungern. Zwar sind vegane Menüs laut Küchenchef Bertram Hinneberger noch nicht standardmässig im Angebot. «Auf Nachfrage können wir aber ohne Probleme vegane Mahlzeiten anbieten», erklärt er. Das könne eine Gemüsepfanne sein oder ein Couscous-Salat. «Die Grundzutaten für solche Mahlzeiten haben wir sowieso immer da. Und den Rahm oder die Milch kann man durch Kokosmilch ersetzen.»

Im Müllerhof kehren auch internationale Kunden der Jakob Müller AG ein, oft Gäste aus asiatischen Ländern. Sie wünschen sich häufiger vegane Gerichte und auch unter den Angestellten gibt es ein paar Veganer. Ein fixes veganes Menü sei zurzeit aber noch nicht geplant, sagt Hinneberger. Dafür sei die Nachfrage dann doch zu gering. Wenig bis gar kein Verlangen nach veganen Angeboten gibt es in den Restaurants des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF) in Rheinfelden, im Personalrestaurant der Novartis AG in Stein und in der Mensa des Berufsbildungszentrums Rheinfelden.

Die beiden letzten werden von der Gastronomie- und Hotelmanagement-Gruppe SV Group betreut. Laut SV Group-Mediensprecherin Manuela Stockmeyer ist bis heute noch keine einzige Anfrage nach einem veganen Gericht eingegangen. Und Miriam Crespo, Mediensprecherin des GZF, sagt: «Es kommen zwar Nachfragen seitens der Kunden nach veganen Alternativen vor, allerdings nur sehr vereinzelt. Diese werden dann in der Küche individuell zubereitet.»

Generation Schweinefleisch

Der Trend, sich ohne tierische Produkte zu ernähren, scheint also im Fricktal noch nicht verbreitet zu sein. Im Altenheim Rinau in Kaiseraugst zumindest ist er momentan noch gar nicht angekommen. «Unsere Bewohnerinnen und Bewohner verlangen nie nach veganen Menüs», sagt Heimleiterin Raphaela Bootz.

Zwar findet einmal pro Woche ein «Küchenstammtisch» statt, an dem die Bewohner ihre kulinarischen Wünsche vortragen können, vegan sei aber bis anhin nie Thema gewesen. «Ich denke, die meisten unserer Bewohner haben sich noch gar nie mit dieser Thematik auseinandergesetzt», sagt Bootz. «Das ist aber auch eine Generationenfrage: Viele unserer Bewohner essen einfach am liebsten öfter ein gutes Stück Schweinefleisch.»

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