Frick
Für diese musikalische Höchstleistung gab es stehende Ovationen

Dirigent Dieter Wagner führt mit dem Projektchor SMW Rossinis Klassiker «Petite Messe Solennelle» auf.

Markus Streit
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Knapp 80 Sänger zählt der von Dieter Wagner geleitete Projektchor. Markus Streit

Knapp 80 Sänger zählt der von Dieter Wagner geleitete Projektchor. Markus Streit

Gioachino Rossini (1792–1868) hat als Komponist mit Opern wie «Der Barbier von Sevilla» oder «Wilhelm Tell» Weltberühmtheit erlangt. Zu seinem Werk gehören aber auch Kantaten, Hymnen und geistliche Musik. So zum Beispiel die «Petite Messe Solennelle», die 1863 als Spätwerk entstanden, als eine der wichtigsten geistlichen Kompositionen Rossinis gilt.

Diese «Petite Messe Solennelle» zur Aufführung zu bringen, hatte sich der Kirchenmusiker, Tenor und Dirigent Dieter Wagner mit dem Projektchor SMW der reformierten Kirche Frick zum Ziel gesetzt. Ein grosses Unterfangen, denn die «kleine Messe» umfasst in Tat und Wahrheit zwei Stunden anspruchsvollste Musik.

Herausforderung, die begeistert

Die zwei Konzerte, die in der reformierten Kirche Frick und in der Stadtkirche Zofingen zur Aufführung gelangten, stellten den krönenden Abschluss dieser grossen Bemühungen des Chors und seines Leiters dar. Und beide Konzerte haben gezeigt, wie sehr sich der Aufwand gelohnt hat: Die Standing Ovations am Ende beider Konzerte waren nicht nur die Anerkennung einer grossen Leistung, sie zeigten vielmehr den Dank des Publikums dafür, dass hier schlicht musikalisch Grossartiges gezeigt wurde.

Das beginnt beim Chor: Der Projektchor SMW ist 2002 aus dem Kirchenchor Frick entstanden und hat sich für die Aufführung zahlreicher Werke immer wieder neu formiert.

Für die Mitarbeit am Rossini-Projekt liessen sich fast 80 Sängerinnen und Sänger begeistern. Die Begeisterung und Leidenschaft für die Herausforderung war auch am Konzert zu jeder Sekunde spürbar, wo der Chor als Gesamtes, aber auch in den Einzelstimmen, einen wunderbaren Klangkörper schaffte, gleichzeitig aber auch den Gestaltungen seines Leiters zu jeder Zeit nuanciert folgte.

Hervorragend waren die Solisten, deren Soli, Duette und Terzette gesanglich und musikalisch begeisterten: Leticia Kahraman überzeugte mit einer glockenreinen Sopranstimme, die mit Leichtigkeit auch in höheren Lagen brillierte. Die Altstimme von Solenn’ Lavanant Linke füllte den Raum mit Wärme, was besonders im Agnus Dei’ zur Geltung kam.

Frédéric Caussy sang mit einer leidenschaftlichen, oft fast kämpferischen Tenorstimme. Der Bassist Martin Snell aus Neuseeland trumpfte mit einer wunderbar tragenden Stimme auf, die mit grosser Sicherheit auch die schwierigsten Passagen meisterte. Herausragend die Leistung von Bernd Schäfer: Er erzeugte am Flügel das Tonvolumen eines ganzen Orchesters, in allen dynamischen Schattierungen und mit grosser Präzision.

Ein Lachen im Gesicht

Über allem stand aber Dieter Wagner als Gestalter dieser grossen Inszenierung. Wagner leitete die Aufführung nicht nur, er lebte die Musik. Er durchlief mit dem Chor und den Solisten Höhen und Tiefen von Empfindungen, er tänzelte auf seinem Podium, liess seiner Mimik freien Lauf und gab den Mitmusikern das Schönste mit, was man in der Musik erleben kann: Er zauberte ihnen ein Lachen aufs Gesicht.