Oberhof/Kienberg
Für den Windpark Burg dürfte ausreichend Wind vorhanden sein

Die Windpark Burg AG plant die Realisierung eines Windparks auf den Jurahöhen im Gebiet Burg auf Solothurner und Aargauer Gebiet. Es sind 3 bis 5 Anlagen der Grösse 2 bis 3 Megawatt vorgesehen.

Walter Christen
Merken
Drucken
Teilen
Windpark von Oberhof aus gesehen. Fotomontage

Windpark von Oberhof aus gesehen. Fotomontage

AZ

Während die Befürworter des Atomausstiegs und der Gewinnung von alternativen Energien den Bau von Windparks trotz der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes in Kauf nehmen, werden solche Anlagen von den Gegnern strikte abgelehnt. Dies zeigte sich an der Informationsveranstaltung vom Montagabend in der Turnhalle Oberhof, an welcher sich über 100 Einwohnerinnen und Einwohner, vor allem aus den Benkentalgemeinden Oberhof und Wölflinswil, beteiligten.

Bruno Fricker, Besitzer des Landes in Oberhof, auf dem eventuell eines oder zwei Windräder gebaut werden könnten, beschwichtigte: «Zuerst müssen die Ergebnisse der Windmessungen abgewartet werden. Stellt sich heraus, dass unser Standort für die Nutzung der Windenergie geeignet ist, soll Strom, wie wir ihn alle brauchen, vor unserer eigenen Türe produziert werden. Deshalb stelle ich mein Land zur Verfügung.»

Von der Gegnerschaft wandte sich der ehemalige Wölflinswiler Nationalrat Peter Bircher an die Versammelten: «Die Schweiz ist kein Windland - das steht fest. Deshalb ist es unverständlich, weshalb für das Projekt Burg ein derart übermässiger Aufwand betrieben wird. Das Projekt sollte aufgegeben werden.»

Bisherige Ergebnisse der Windmessung sind vielversprechend

Ob der Wind in Oberhof und Kienberg für einen Windpark günstig weht, steht noch nicht mit absoluter Gewissheit fest. Aber immerhin gibt es nun erste Anhaltspunkte, die auf ausreichend Wind hinweisen, sodass sich die Windpark Burg AG und die Gemeinde Oberhof entschlossen, mit ersten Informationen an die Öffentlichkeit zu gelangen: Höchstwerte von 7,8 bis 7,9 Meter Wind pro Sekunde wurden im Januar am vorgesehenen Standort der Windkraftanlagen gemessen; 5,3 Meter/Sekunde war der niedrigste Wert, der im Sommer registriert wurde.

Das heisst, in einer Höhe von rund 100 Meter ab Boden wird mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 5 bis 5,6 Metern pro Sekunde gerechnet. Die rund ein Jahr dauernden Windmessungen werden Ende Januar 2013 abgeschlossen sein.

Aber erst nach Auswertung der Daten wird sich herausstellen, ob der Standort Kienberg/Burg überhaupt für einen Windpark infrage kommt. Weht der Wind schwächer als mit 4,5 Meter pro Sekunde, ist nicht an die Realisierung des Windparks zu denken. Es schwebt also noch immer eine gewisse Unsicherheit über dem ganzen Vorhaben der Windpark Burg AG mit Sitz in der solothurnischen Nachbargemeinde Kienberg.

Die Gefährdung von Vögeln, Fledermäusen, dann der Schall und der Schattenwurf sind weitere Themen, die im Rahmen der Vorabklärungen ebenfalls in die Projektstudien beziehungsweise schliesslich ins Baugesuch einfliessen müssen. Verschiedene Exponenten der Windpark Burg AG gaben einen Einblick ins Projekt und beantworteten die zahlreichen Fragen des Publikums.