Rheinfelden
Fünfmal so viel Abfall wie bisher: Entsorgungsfirma will wachsen

Das Entsorgungsunternehmen Waser AG plant in Rheinfelden einen massiven Ausbau seines Standorts. 1,2 Millionen Franken will die Firma in die neue Infrastruktur stecken.

Nadine Böni
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Derzeit liegt ein Baugesuch für den Ausbau des Standorts der Waser AG in der Rheinfelder Industrie auf.

Derzeit liegt ein Baugesuch für den Ausbau des Standorts der Waser AG in der Rheinfelder Industrie auf.

Nadine Böni

30'700 Tonnen Abfall landen jährlich auf dem Areal der Waser Entsorgung AG in Rheinfelden. In Zukunft soll es deutlich mehr sein: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Birsfelden (BL) plant einen massiven Ausbau seines Standorts. Fast fünfmal so viel Abfall wie bisher – über 150'000 Tonnen – sollen ab 2024 in Rheinfelden entsorgt werden. Das ist einem Baugesuch zu entnehmen, das ab heute beim Stadtbauamt öffentlich aufliegt.

Das Unternehmen «beabsichtigt, die bestehende Anlage zu einem Entsorgungscenter für Abfälle aus Industrie, Gewerbe und privaten Haushaltungen auszubauen», heisst es in einem dem Baugesuch beigelegten Bericht zur Umweltverträglichkeit. 1,2 Millionen Franken soll der Ausbau auf dem gut 15'500 Quadratmeter grossen Areal kosten.

Ausbau der Infrastruktur

Heute ist auf dem Areal auch ein lokales Bauunternehmen eingemietet, es wird dieses aber verlassen. Die Waser AG wird das Areal nach dem Ausbau alleine nutzen. Vorgesehen ist neben dem Neubau eines Bürogebäudes und der Sanierung der bestehenden Hallen vor allem die Erweiterung der Anlagen auf dem Areal. Zur neuen Infrastruktur gehören unter anderem eine Verschrottungsanlage für Bahnwagen, eine Metallschneide- und Schredderanlage für metallische Abfälle und eine Aufbereitungsanlage für verwertbare mineralische Bauabfälle wie etwa Backsteine, Beton oder Ziegel.

Der Bau und Umbau des neuen Entsorgungscenters erfolgt voraussichtlich in vier Bauetappen von 2018 bis 2023. Mit dem Ausbau steigt einerseits die Anzahl Mitarbeitenden. Heute sind am Standort sechs Personen beschäftigt, künftig sollen es 18 Personen sein. Andererseits nimmt auch die Anzahl jährlicher Zu- und Abfahrten zum Areal in der Chleigrütstrasse mit Autos, Lieferwagen und LKWs stark zu.

Deutlich mehr Verkehr

So registriert die Waser AG heute knapp 19'000 Fahrten im Jahr, ab 2024 – wenn das Center in Betrieb ist – dürften es über 94'000 Fahrten jährlich sein. Auf den einzelnen Tag heruntergerechnet sind das künftig 258 Bewegungen (heute: 52 Bewegungen). «Dadurch nimmt der Verkehr auf der Chleigrütstrasse um acht Prozent zu», heisst es im Bericht zur Umweltverträglichkeit. Auf den übrigen betrachteten Kantonsstrassen betrage die Zunahme maximal 0,6 Prozent.

Im Bericht sind auch Angaben zu den Lärmimmissionen aufgeführt. So haben die Planer für zwei Gebäude der benachbarten Josef Meyer Rail AG Untersuchungen durchgeführt. Diese zeigten, dass die Immissionsgrenzwerte überall eingehalten würden, heisst es im Bericht.

Was passiert mit Hornussen?

Ob der massive Ausbau in Rheinfelden einen Einfluss auf die anderen Standorte des Unternehmens – etwa Hornussen – hat, ist offen: Eine entsprechende Anfrage der AZ blieb unbeantwortet. Zur Erinnerung: Die Waser AG hatte die Entsorgungsstandorte in Rheinfelden und Hornussen 2016 von der Konkurs gegangenen Klein AG übernommen.

Der Hornusser Gemeinderat entfachte kurz danach eine Diskussion um die Zukunft des Betriebs im Dorf. Er forderte ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 5,5 Tonnen für die Zufahrtsstrasse zum Betrieb und liess an der Gemeindeversammlung einen Kredit für den Kauf der Parzelle sprechen. Wie es hier weitergeht, ist unklar, da das Konkursverfahren gegen die Klein AG noch läuft.