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Fünf Seesack-Abenteurer wagen den Schritt zum eigenen Unternehmen

Im Rahmen des Wettbewerbes «Young Enterprise Switzerland» haben fünf Schüler der Wirtschaftsmittelschule Basel das Unternehmen «Barøy» auf die Beine gestellt.

Nadine Pfeifer
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Die motivierten Jungunternehmer Raphael Erdin, Jessica Christ, Ramon Zahnd, Lorena Sibilia und Chaiya Fossa (von links).

Die motivierten Jungunternehmer Raphael Erdin, Jessica Christ, Ramon Zahnd, Lorena Sibilia und Chaiya Fossa (von links).

ZVG

Der Name «Barøy» – er stammt von einem norwegischen Passagierschiff aus dem 20. Jahrhundert – steht in ihren Augen für die Stärke eines Schiffs, kombiniert mit ihrer eigener Willenskraft. Sie haben aufgrund ihres Interesses an Mode einen Seesack entwickelt, der für Qualität, Naturbewusstsein und Abenteuerlust stehen soll. Ihr Leitspruch ist: «Adventure is calling».

In kürzester Zeit ausverkauft

Das Geschäft mit dem Seesack läuft gut. Die engagierten Jungunternehmer wollten ein innovatives Produkt entwerfen, deshalb ist der Sack nicht nur aus rezykliertem Leder und Leinen, sondern über einen Reissverschluss auch in seiner Grösse verstellbar. Beim Design erhielten sie Hilfe vom Modegeschäft Fizzen, produziert werden die Säcke von der kleineren Taschenfirma Arkworks. «Die im November produzierten 50 Stück waren innert eines Monats ausverkauft, in ein paar Tagen kommt bereits die neue Lieferung an», sagt Jessica Christ stolz. Verkauft werden die modischen Accessoires an Messen von Young Enterprise Switzerland, über den erstellten Onlineshop und direkt an Bekannte und Freunde.

Für ihr Unternehmen haben die fünf Schüler ein Organigramm erstellt, das zu ihren jeweiligen Stärken passt. Raphael Erdin aus Mettauertal hat die Rolle des CEO übernommen, weil es ihm liegt, Verantwortung zu übernehmen und zu kommunizieren. Lorena Sibilia aus Rheinfelden ist Administratorin und kann dabei von ihrem Organisationstalent profitieren. Ramon Zahnd aus Kaisten ist aufgrund seiner Verhandlungstaktik für Einkauf und Produktion zuständig. Jessica Christ aus Ueken übernimmt die Aufgabenbereiche Marketing und IT, weil sie dort von ihrer Kreativität und ihrem Hobby, der Fotografie, profitieren kann. Chaiya Fossa aus Basel arbeitet gerne mit Zahlen und beschäftigt sich deshalb mit den Finanzen des Jungunternehmens.

Die fünf Schüler kannten sich bereits vor dem Projekt gut und haben schon früher zusammen gearbeitet. Ausser Ramon Zahnd, der in einer Parallelklasse ist, besuchen sie die gleiche Klasse. Auch privat sind sie befreundet. Sie können sich gut vorstellen, auch nach Ende des Wettbewerbes mit Produktion und Verkauf weiterzumachen. Dann müssen sie aber alles alleine und ohne die Unterstützung von Young Enterprise Switzerland auf die Beine stellen, auch die Anmeldung im Handelsregister. Jessica Christ sagt: «Vielleicht wird es kleine Veränderungen geben, wenn wir 2016 dann ins Praktikum müssen.»

Vom Entwickeln bis Vermarkten

Die Wirtschaftsmittelschule dauert drei Jahre, danach müssen die Absolventen noch ein Jahr ein kaufmännisches Praktikum machen. Nach diesem steht es ihnen frei, die Fachhochschule zu besuchen oder direkt in ein Unternehmen einzusteigen. Erste Erfahrungen mit einem Unternehmen konnten sie nun bereits sammeln. «Speziell profitiert haben wir davon, dass wir von der Entwicklung des Produkts über die Produktion bis hin zur Vermarktung alles kennen gelernt haben», erklärt Jessica Christ. Nach der Handelsmesse in Zürich am 19. Februar wird entschieden, ob «Barøy» es unter die Top 50 des nationalen Wettbewerbs schafft.