Möhlin

Für Regierungsrat Brogli sind die Turnvereine eine Stütze im Staat

Vizepräsident Hanspeter Maurer, Regierungsrat Roland Brogli undGemeindeammann Fredy Böni. Hans Zemp

Vizepräsident Hanspeter Maurer, Regierungsrat Roland Brogli undGemeindeammann Fredy Böni. Hans Zemp

An der Herbsttagung der Fricktaler Turnveteranen-Vereinigung fühlte sich auch Regierungsrat Roland Brogli wohl. «Wer Freundschaften will, geht am besten in den Turnverein», sagte er. Das Vereinsturnen habe ein riesiges Potenzial für die Integration.

Die Freundschaft wurde an der 66. Herbsttagung der Fricktaler Turnveteranenvereinigung gross geschrieben. Der Einladung der Obmannschaft folgten 172 Veteranen und Gäste in die Mehrzweckhalle Fuchsrain in Möhlin. Obmann Werner Fasel zitierte zu Beginn aus dem Männerturnerlied: «Drücken uns auch Sorgen, leichter trägt man sie vereint, heute und auch morgen, bleiben wir uns Freund.» Die Tagung biete mehr, als nur die Abwicklung der Traktandenliste. Die immer gute Stimmung, die an dieser Veteranentagung beobachtet werden konnte, war bester Beweis dafür.

Ehre für Verstorbene

Traditionsgemäss gedachte man zu Beginn der Tagung auf dem örtlichen Friedhof der verstorbenen Turnerinnen und Turner. Im letzten Vereinsjahr verstarben 16 Mitglieder der Veteranenvereinigung. Pfarrer Eugen Herzog und Vizepräsident Hanspeter Maurer ehrten die Verstorbenen würdig. Musikalisch umrahmten das Duo Max Andermatt und Priska Herzog die Feier. Im Anschluss an diese Würdigung begab sich die Veteranenschar zur Mehrzweckhalle zum Apéro. Diesen umrahmte das «Schmid-Chörli» musikalisch.

Nach dem Mittagessen stellte der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni den Gästen seine Gemeinde vor. Aus seinen Worten vernahm man, dass Möhlin wegen den Fusionen im Kanton nur noch die drittgrösste Gemeinde sei und aus einem Bauerndorf eine Agglomerationsgemeinde mit etwas über 10 000 Einwohnern geworden ist.

Die Fricktaler Veteranenvereinigung zählt heute 681 Mitglieder, darunter 26 Frauen. Die grössten Ortsgruppen sind Gipf-Oberfrick mit 61, Frick mit 51 und Möhlin mit 48 Mitgliedern. Die vakante Stelle der Ortsobmannschaft in Wallbach konnte durch Edith Rauber, die ehemalige Kreispräsidentin der damals noch eigenständigen Turnerinnen, wieder besetzt werden.

Unentbehrliche Stütze

Werner Fasel appelliert an die Versammelten, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um diesen Mitgliederbestand weiter erhöhen zu können. Damit können einerseits im sozialen Bereich wichtige Aufgaben jüngerer Mitglieder älteren Kameraden gegenüber leichter wahrgenommen werden. Anderseits bleibt die jährliche Unterstützung der Jugendförderung möglich. In diesem Jahr erhalten die Fricktaler Leichtathleten 500 Franken. Sie betreuen momentan 70 Mitglieder. Die Finanzen der Vereinigung bleiben gesund, wie von Bruno Schraner zu hören war.

Regierungsrat Roland Brogli überbrachte die Grüsse der Regierung und sagte: «Wer Freundschaften will, geht am besten in den Turnverein.» Der Turnsport schaffe diese Freundschaften. Den besten Beweis dafür sieht er in den Turnveteranen. Politikerfreundschaften seien eher selten, was schon Cicero zu spüren bekommen habe. Das Vereinsturnen habe ein riesiges Potenzial für die Integration und halte vieles zusammen. Darin sieht Brogli eine unentbehrliche Stütze im Staat.

43 geehrte Turner

Die Ehrungen nehmen an der Veteranentagung immer einen besonderen Stellenwert ein und werden in einen besonderen Rahmen gestellt. So durfte Hanspeter Maurer in diesem Jahr 43 Turner mit einem Präsent ehren, die 80 Jahre und älter sind. Ältester Teilnehmer war der Zuzger Bernhard Binkert mit Jahrgang 1922. Er bedankte sich dafür mit einer frei und gekonnt vorgetragenen Poesie und erntete dafür einen riesigen Applaus. Willi Brogli, Zeiningen und Ernst Schmid aus Möhlin wirken seit je zwanzig Jahren als Ortsobmänner und Ernst Leimgruber, Frick, hat am erfolgreichsten Neumitglieder geworben.

Seit vielen Jahren haben Kurt Schlienger, Hellikon, in Zuzgen und Walter Märke in Hornussen den wöchentlichen Turnbetrieb der Veteranen geleitet. Beide wollen etwas kürzertreten. Neu wird in Hornussen Roland Rüede, Sulz, er ehemaliger Kreisoberturner, dieses Amt übernehmen. In Zuzgen wird der Turnbetrieb von einem Vierergremium geleitet. Die Turnzeiten bleiben.

Das Jahresprogramm lehnt sich an das des Vorjahres an. Der im letzten Januar in Eiken erfolgreich aufgenommene Jassnachmittag wird beibehalten und die nächste Herbsttagung wird nach Sulz vergeben.

Turner bekannter als Politiker

Heinz Kim, Obmann der Aargauischen Turnveteranenvereinigung, dankt den Fricktaler Kameraden und ruft zur Mitgliederwerbung auf. Auf ein eigenes Erlebnis anspielend meinte er: «Den Turner kennt man, den Politiker nicht.» Kreisturnverbandspräsident Martin Waldmeier, Hellikon, berichtete über das Neue in seiner Organisation und spricht vor allem das Bergturnfest im Mettauertal an, das wieder zusammen mit dem Kreisturnverband Brugg durchgeführt wird.

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