Nach nicht einmal zehn Monaten Bauzeit werden auf dem Bad Säckinger Brennet-Areal in Kürze die ersten Geschäfte eines neuen Wohn- und Gewerbeparks eröffnet: der «Brennet-Park», wie es gross auf einer Werbetafel an der Strasse heisst. Den Startschuss machen Aldi und Lidl, die zeitgleich am 30. November eröffnen werden. Parallel dazu werden die bisherigen Filialgeschäfte der beiden Discounter – Aldi in der Glarnerstrasse und Lidl in der Giessenstrasse – geschlossen.

Die beiden Discounter, die auf dem Brennet-Areal direkt nebeneinanderliegen, werden ihre Waren auf jeweils 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche anbieten. Das ist deutlich mehr als an den bisherigen Standorten. Auch ein Edeka-Schmidts-Markt wird im Gewerbepark entstehen. Die Eröffnung ist allerdings noch nicht terminiert. Sie sei für den Januar geplant, sagt Geschäftsführer Michael Schmidt. Der neue Schmidts Markt wird den Kunden die Waren auf 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche anbieten. Parallel zur Eröffnung wird der Edeka-Markt beim Scheffelgymnasium geschlossen. Der Schmidts-Markt im Zentrum «Lohgerbe» bleibt dagegen weiterhin offen.

Neben dem Lebensmittelmarkt und den Discountern wird auch das Tierfachgeschäft «Zoo&Co» neu auf dem Brennet-Areal vertreten sein.

Skepsis auf Schweizer Seite

Der Steiner Gemeindeammann Hansueli Bühler reagiert mit «einer gewissen Skepsis» auf die Eröffnung des Einkaufszentrums, wie er sagt. «Wir haben bereits heute eine Konkurrenz-Situation, die dem Schweizer Gewerbe zu schaffen macht», so Bühler. Vereinzelt habe es in den letzten Monaten und Wochen Signale gegeben, dass der Einkaufstourismus etwas zurückgegangen sei. «Ein weiterer Ausbau des Angebots auf deutscher Seite ist für das hiesige Gewerbe aber sicher nicht gut», so Bühler. «Das macht mir schon Sorgen.»

Immerhin: Der Gemeindeammann rechnet nicht damit, dass der «Brennet-Park» negative Auswirkungen auf die Verkehrssituation in Stein haben wird. Ein Chaos, so Bühler, könnte eher auf deutscher Seite am Zoll entstehen – dort, wo die Ausfuhrscheine gestempelt werden.

Auch bei den beiden Schweizer Grossverteilern, Migros und Coop kommt beim Gedanken an das neue Einkaufszentrum in Grenznähe keine Begeisterung auf. Beide lassen über die Medienabteilung zwar ausrichten, dass sie sich «zu Aktivitäten der Mitbewerber grundsätzlich nicht äussern». Zur allgemeinen Situation äussern sie sich dann aber durchaus.

Grossverteiler spüren Grenznähe

«In grenznahen Regionen spüren wir die Auswirkungen der Auslandeinkäufe», sagt etwa Ramón Gander, Mediensprecher von Coop. «Der rege Einkaufstourismus ist nicht nur in Grenzgebieten, sondern in unserem gesamten Wirtschaftsgebiet festzustellen», sagt auch Andrea Bauer, Mediensprecherin bei Migros. «Trotz Erholung des Euro-Kurses stellen wir nach wie vor einen hohen Anteil an Auslandeinkäufen fest.»

Die Grossverteiler begegnen dem mit einem ähnlichen Rezept: «Wichtig ist, dass wir unseren Kundinnen und Kunden jederzeit einen Top-Service bieten», sagt Coop-Sprecher Gander. Es gelte ausserdem, die sich wandelnden Bedürfnisse der Kunden zu erkennen. Diese Dienstleistung würde umgekehrt auch von deutschen Kundinnen und Kunden geschätzt, sagt Andrea Bauer. «Der Preis ist also nicht das allein ausschlaggebende Argument für einen Einkauf.»