Das Budget von Möhlin ist eng. Damit der Steuerfuss jedoch auf 115 Prozent gehalten werden kann, präsentiert der Gemeinderat eine nicht mehr ganz taufrische Idee. Gemäss einem Bericht in der «Neuen Fricktaler Zeitung» sollen Angehörige von Einwohnerinnen und Einwohnern von Möhlin bei Bestattungen pauschal zur Kasse gebeten werden. 1000 Franken sollen Angehörige für Bestattungen bezahlen, bestätigt Dieter Vossen. Der Möhliner Kanzleileiter rechnet damit, dass so ein Mehrertrag von bis zu 70 000 Franken generiert werden kann.

Bereits vor einem Jahr ist die selbe Vorlage mit 113 zu 115 Stimmen von der Gemeindeversammlung kanpp abgelehnt worden. Hauptargument damals war, dass die Leute in Möhlin ihre Steuern bezahlt hätten und nun nicht auch noch die Beerdigung etwas kosten dürfe. Aufgrund des knappen Resultats wolle der Gemeinderat die Vorlage noch einmal zur Abstimmung bringen, sagt Voss. Wegen des engen Budgets müsse jetzt auch auf die Einnahmenseite geschaut werden.

Die Änderung soll für alle Einwohnerinnen und Einwohner gelten. Auswärtige bezahlen weiterhin die effektiven Kosten. Bei Urnenbestattungen betragen diese 2650 Franken und bei Erdbestattungen 4200 Franken. «Die 1000 Franken entsprechen somit nicht einmal der Hälfte der effektiven Kosten», sagt Vossen.

Die Gemeinde habe sich umgehört und dabei gesehen, dass es auch in anderen Gemeinden ähnliche Lösungen praktiziert würden. Es gäbe nur noch sehr wenige Gemeinden, in denen Bestattungen von der Allgemeinheit bezahlt würden, ist man in Möhlin überzeugt. (dno)