Fricktal

Fünfte Jahreszeit eingeläutet: In Kaisten und Rheinfelden herrschen die Narren

Marcel Meier, Susanne Hörth und Narrenvater Marco Zaugg (v.l.). Dennis Kalt

Marcel Meier, Susanne Hörth und Narrenvater Marco Zaugg (v.l.). Dennis Kalt

Um 11.11 Uhr eröffnete am Mittwoch der Kaister Narrenvater mit dem traditionellen Schlachtruf «Ä dreifachs Mülleri!» offiziell das närrische Treiben. In Rheinfelden gings auf dem Rathausinnenhof erst um 19.11 Uhr mit dem Urknall los.

Sauschwänzli, Mählsuppe, Schnörli – mit rustikaler Kulinarik lud gestern Morgen die Fasnachtsgesellschaft Kaisten zur Eröffnung der närrischen Zeit auf dem Joggeliplatz ein. «Das Wetter meint es heute gut mit uns», sagt der über beide Ohren strahlende Narrenvater Marco Zaugg und ergänzt, dass man üblicherweise an den bisherigen 11. Novembern immer ein grosses Zelt aufgebaut hätte, um sich vor der Kälte zu schützen.

Eine Jubiläumsplakette zum Fasnachtsauftakt in Kaisten.

Eine Jubiläumsplakette zum Fasnachtsauftakt in Kaisten.

So sitzen um zehn vor elf rund 100 narrenaffine Besucher an Biergarnituren unter blauem Himmel und lassen es sich bei einem Glässchen Wein und den deftigen Mahlzeiten gut gehen. Die regen Unterhaltungen werden unterbrochen, als Narrenvater Zaugg um kurz vor elf das Mikrofon ergreift, um das Motto der Fasnachtssaison 2016 zu verkünden, das vom Samariterverein ausgedacht wurde: «Vom Rhy bis uf Ittethal regiert de Haldejoggeli überal!».

Ein besonderer Dank in der Eröffnungsrede ging an Susanne Hörth für ihre kreativen Künste. Bereits zum zehnten Mal gestaltete sie die Fasnachtsplakette für die Kaistener Narren. Als Anerkennung überreichte ihr der Plakettenverantwortliche Marcel Meier einen Blumenstrauss.

Die Tradition des Haldejoggelis

Die Konzeption des diesjährigen Motivs fiel Hörth nicht sonderlich schwer, wie sie erzählt: «Wenn ich mit meinem Enkel an der Haldejoggelifigur vorbeispaziert bin, hat er mich immer gefragt: ‹Was isch dä Haldejoggeli?› Ich habe dann gesagt, dass der Haldejoggeli jedes Jahr einen Hahnenschritt näher zum Dorf kommt.» So ist auf der diesjährigen Plakette der Geist auf Hahnenfüssen zu sehen und eine kleine Flasche mit der Jahreszahl 2016.

Die Flasche spielt dabei auf eine Kaistener Fasnachtstradition an, erklärt Zaugg: «Wir haben mit dem Haldejoggeli einen Pakt geschlossen. Immer am ersten Faissen zerschlagen wir eine Mostflasche und lassen damit den Geist frei, sodass er, während der Narrenzeit sein Unwesen treiben kann. Dafür verschont er das Dorf für den Rest des Jahres.» Nachdem das Motto verkündet und die Plakettentaufe vollzogen war, waren auf dem Joggeliplatz schrille Töne von weitem zu hören. Die «Alte Garde» bog mit ihrer Tschättermusik ums Eck und erfüllte den Platz mit schrägen Klängen.

Um 11.11 Uhr eröffnete der Narrenvater mit dem traditionellen Schlachtruf, der durch die Menge schallte: «Ä dreifachs Mülleri!» offiziell das närrische Treiben. Die Narren antworteten lauthals mit einem dreifachen: «Het, si het!»

Auf die Frage, was der Vater und seine Narren am Abend noch vorhaben, antwortet Zaugg: «Wir werden wohl durch die einzelnen Beizen ziehen. Wenn der Letzte geht, dann ist der Letzte gegangen. Das kann halb eins oder auch halb drei werden.»

Bei dem Elferrat der Fasnachtsgesellschaft Kaisten handelt es sich personell nur um einen Neunerrat. So erklärt Zaugg, dass es heutzutage gar nicht mehr so leicht ist, Narrenverrückte zu finden, die die Zeit aufbringen, um die mit dem Ratssitz verbundenen Aufgaben und Verpflichtungen zu stemmen. «Früher war es so, dass viele noch im Dorf gearbeitet haben und deswegen mehr Zeit für die Fasnacht hatten. Heute arbeiten viele Einwohner weit ausserhalb des Dorfs und sind beruflich stärker eingespannt.» Trotzdem sei der Rat ein gut eingespieltes Team, der auch zu neunt das närrische Treiben gut organisieren könne.

Fasnachtsauftakt in Rheinfelden

In Rheinfelden wurde auf dem Rathausinnenhof erst um 19.11 Uhr mit dem ohrenbetäubenden und traditionellen Urknall die Fasnacht gestartet. Unter dem diesjährigen Motto: «Mir pfiffe druff!» heizten die «Grüttgrabe Geischter Rhyfälde» und die «Gasseschränzer Rhyfälde» den Besucher mit ihrer Guggemnusik ordentlich ein und versetzten sie in ausgelassene Fasnachtsstimmung. Damit die Narren an diesem Abend nicht vom Fleisch fielen, versorgte sie die Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden mit Suppe und Brot. Für die Durstigen spendierte die Stadt einen Apéro.

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