Zum Schluss seiner letzten Abgeordnetenversammlung am Mittwochabend sprach Bühler zu den 32 im Mehrzweckgebäude in Wittnau anwesenden Delegierten – mahnend: «Die Solidarität unter den Fricktaler Gemeinden hat abgenommen, das Miteinander muss wieder gestärkt werden.»

Werbung für gemeinsamen Weg

Auf das neue Raumplanungsgesetz bezogen warb Bühler darum, konstruktiv einen gemeinsamen Weg zu gehen, auch wenn der planerische Spielraum der Gemeinden eingeschränkt sei. Diese würden ohnehin nicht alle überleben können: «Mit den heutigen kommunalen Strukturen sind die Herausforderungen der Zukunft nicht zu meistern», so Bühler.

Dessen Nachfolger im Amt, Fricks Vizeammann Christian Fricker, unterstrich: «Hansueli Bühler hat in den elf Jahren an der Spitze Ruhe in den Verband gebracht und auch viel Neues angestossen.» Er habe den Planungsverband in dieser Zeit entscheidend geprägt und vorangebracht.

Standortförderung beschlossen

Zu Bühlers Vermächtnis gehört jetzt auch die Standortförderung Fricktal, die bei der Abgeordnetenversammlung nach langer Debatte und mit grosser Mehrheit auf den Weg gebracht wurde. In einer dreijährigen Projektphase übernehmen dabei Bund und Kanton den Grossteil der Kosten. «Diese Förderung ist eine einmalige Chance, die kommt nicht wieder», warb Geschäftsführerin Judith Arpagaus.

Was beim Verband verbleibt, will dieser vorerst aus seinem Vermögen decken, das rund 200'000 Franken beträgt. Für die Zeit danach müssen wohl die Verbandsmitglieder ran und eine Erhöhung der Gemeindebeiträge hinnehmen. Diese seien mit 2,80 Franken pro Einwohner aber auch vergleichsweise tief.

«Stärkung des Life Science Cluster», «Stärkung der KMU» und «Stärkung Wohnstandort und Tourismus» sind die drei inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit. Über diese wurde in Wittnau ausgiebig diskutiert. George Winet, Gemeindeammann von Hornussen, sagte: «Was bringt die Förderung der Life Sciences uns als Randgemeinden?» Roger Fricker (Oberhof) sprach von einem «Papiertiger, der einen Haufen Geld kostet».

Auch Randgebiete profitieren

Doch die Pro-Wortmeldungen überwogen. Befürworter wie der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni und der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi rechneten vor, wie das gesamte Fricktal von der Pharmaindustrie profitiere – über die Steuern der in den Dörfern wohnenden Fach- und Führungskräfte, über Folgeaufträge für Handwerk und KMU und nicht zuletzt über den kommunalen Finanzausgleich, in den Standortgemeinen wie Stein und Kaiseraugst grosse Summen einzahlten. «Wenn Kaiseraugst Jobs hat, geht es allen gut, auch denen im oberen Fricktal», sagte Wittnaus Gemeindeammann Werner Müller.