Orientierungslauf

Frust zum Saisonabschluss: Matthias Kyburz kritisiert Standards am Weltcup-Final

Nach einem Bänderriss startete Matthias Kyburz an der WM, übertrat sich aber den Fuss erneut.Bild: Swissorienteering/Remy Steinegger

Nach einem Bänderriss startete Matthias Kyburz an der WM, übertrat sich aber den Fuss erneut.Bild: Swissorienteering/Remy Steinegger

Der Fricktaler Orientierungsläufer Matthias Kyburz kritisiert die Standards am Weltcup-Final in China – auch mit seiner Saison ist er nicht zufrieden.

Zum Abschluss seiner Orientierungslauf-Saison 2019 reiste der Möhliner Matthias Kyburz nach China. Zunächst nahm er in Wuhan an den Militär-Weltspielen teil, anschliessend folgte der Weltcup-Final in Guangzhou. In Wuhan konnte Kyburz den Wettkämpfen seinen Stempel aufdrücken: Über die Mitteldistanz im Einzel und zweimal mit dem Team holte er insgesamt drei Goldmedaillen. «Damit hoffte ich auch, im Weltcupfinal nochmals angreifen zu können», so der Möhliner. Ganz so gut ging es in Guangzhou dann allerdings nicht weiter: Zwar siegte Kyburz mit der Sprintstaffel, in den Einzelrennen resultierten dann aber die Ränge 5 (Sprint) und 10 (Mitteldistanz).

Gerade das Mitteldistanzrennen sei dabei, vor allem auch aus organisatorischer Sicht, «etwas frustrierend» verlaufen, so Kyburz. «Die Karten haben beispielsweise nicht den gewohnten Standards des Weltcups entsprochen.» Zwar belegten am Ende gleichwohl Top-Läufer die Spitzenplätze, «doch das Glück spielte dabei eine grössere Rolle».

Er selber habe wegen Ungenauigkeiten in der Karte Zeit verloren, so Kyburz. Er begrüsse grundsätzlich, dass man versuche, Orientierungslauf in neuen Ländern populär zu machen, so Kyburz weiter. Dies sei in China etwa mit Publikumswettkämpfen geglückt. «Aber die Standards in den Weltcup-Rennen sollten auch an neuen Destinationen eingehalten werden.»

Erstmals seit 2012 nicht auf dem Gesamtweltcup-Podest

Der Sprint sei dagegen gut organisiert gewesen, so Kyburz. Dort sorgte für Aufsehen, dass ein Chinese aufs Podest lief, der noch nie mit guten Resultaten auf sich aufmerksam gemacht hatte. Da an den Militär-Weltspielen Chinesen disqualifiziert wurden, weil sie die Karten vorher gekannt hatten und ihnen geholfen worden war, wurde auch dieses Resultat kritisch beäugt. «Allerdings konnte ihm kein ‹Bschiss› nachgewiesen werden», betont Kyburz.

Nach den Resultaten in China beendet der Möhliner die Saison auf Rang 7 der Weltcup-Gesamtwertung. Seit 2012 hatte er stets auf dem Podest gestanden, zuletzt konnte er den Gesamtweltcup sogar dreimal in Folge gewinnen. Klar, dass Kyburz deshalb mit seiner Saison nicht zufrieden ist. «Das ist sicher nicht das, was ich mir zu Saisonbeginn vorgestellt hatte», sagt er.

Allerdings müsse man die Ergebnisse auch etwas relativieren. Erstmals sei er in einer Saison länger verletzt gewesen. Fünf Wochen vor den Weltmeisterschaften zog er sich einen Bänderriss zu. Zwar konnte er dort starten, übertrat sich den angeschlagenen Fuss jedoch erneut. «So hatte die Verletzung auch noch Auswirkungen auf die Herbstsaison», so Kyburz. Auch jetzt spürt er den Fuss je nach Belastung immer noch.

Dennoch ist er für die kommende Saison guten Mutes. Im Dezember werde er wieder einige Stadtläufe absolvieren und einen guten Formaufbau machen, «um dann Schwung aufzunehmen und wieder Spitzenresultate zu erlaufen». Möglichst auch an der Weltmeisterschaft, die 2020 in Dänemark stattfindet.

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