Region Fricktal
Frühlingshafte Temperaturen stellen die Fasnächtler vor Herausforderungen

Die Fasnächtler in der Region Fricktal stellen sich auf warme Temperaturen ein – und treffen entsprechende Vorkehrungen.

Nadine Böni
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Fasnacht in der Region Fricktal
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Die Narronen werden unter ihren Larven schwitzen.
Béa Bieber hofft auf ein ausgiebiges Fest in der Stadt.
Die Galgevögel-Gugger müssen auf ihre Schminke achten.

Fasnacht in der Region Fricktal

ZVG

Sieben Sonnenstunden, 15 Grad, eine minimale Regenwahrscheinlichkeit – für den kommenden Fasnachtssonntag bahnt sich frühlingshaftes Traumwetter an. Sehr zu Freude der vielen Närrinnen und Narren: «Wir hoffen natürlich, dass die Leute dank dem schönen Wetter etwas länger auf dem Platz bleiben und feiern», sagt etwa Béa Bieber, Stadträtin und Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft in Rheinfelden. Diese Hoffnung teilen die Fasnächtler in den anderen Fricktaler Hochburgen wie Kaisten, Laufenburg und Möhlin.

Die Kleiderwahl ist wichtig

Die frühlingshaften Bedingungen bringen allerdings nicht nur eine Menge Publikum – sie stellen die aktiven Fasnächtler auch vor Herausforderungen. Etwa, wenn es um die richtige Kleiderwahl geht. «Es braucht sicherlich einen Pullover weniger», sagt der Kaister Narrenvater Marco Zaugg. Am letzten Wochenende war er – wie viele Fricktaler Fasnächtler – am Narrentreffen im deutschen Öflingen. «Dort konnten wir das sommerliche Outfit schon einmal testen», sagt Zaugg lachend.

Wobei er es gut hat: Der Kaister Elferrat ist an der Fasnacht traditionell mit einem Cape bekleidet. Eine Larve, Maske oder Gesichtsbemalung muss Zaugg hingegen nicht tragen. Auch Philipp Weiss, Inhaber von Fricks Monti, hat Glück mit seiner diesjährigen Kostüm-Wahl. In vergangenen Jahren war er auch schon als Captain Jack Sparrow aus dem Disney-Hit «Fluch der Karibik» unterwegs – inklusive haariger Perücke.

Dieses Jahr wird Weiss Bräutigam oder Braut. «Ich mache jeweils mit einem guten Kollegen aus alten Guggentagen Fasnacht», sagt Weiss. Wer den Anzug und wer das Kleid tragen muss, wird noch ausgeknobelt. Sicher ist: Zu heiss werden die beiden Fasnächtler auf ihrer «Hochzeitsreise» durch Laufenburg und Baden nicht haben – zumindest nicht wegen des Kostüms.

Die Larve wird nicht gelupft

Anders Rudolf Lüscher, seit einigen Jahren Mitglied der Laufenburger Narro-Altfischerzunft 1386. Unter der holzigen Larve und dem Blätzli-Kostüm könne es manchmal schon ziemlich heiss werden, sagt Lüscher. Aber die Luft, die durch Nasenlöcher und Mund unter die Larve kommt, muss reichen: «Es ist verpönt, die Larve während dem Umzug anzuheben. Das macht man nur im Notfall», sagt Lüscher.

Selbstdisziplin ist auch bei jenen Fasnächtlern gefragt, die mit bemalten Gesichtern auftreten, etwa bei den Guggen: Die Gugger sind meist den ganzen Tag draussen, eingepackt in ein dickes Kostüm, und schleppen teils schwere Instrumente. «Da kommt man ins Schwitzen, gerade wenn es so warm ist, wie für den Sonntag vorausgesagt», weiss Tobias Schürch, ehemaliger Präsident der Meler Galgevögel und heute Mitglied in der Gugge.

Läuft mit dem Schweiss dann auch die Bemalung vom Gesicht? Nein. «Die Farbe hält dank einer Art Lackierspray eigentlich ganz gut – ausser wir fassen uns ins Gesicht», sagt Schürch.
Die grössere Herausforderung werde es wohl, sich nicht zu erkälten, wenn es abends kühler wird, so der Gugger. Deshalb hat er ein Hausmittel parat: Hagenbuttentee mit Honig, Zitronensaft «und Zusatz» soll helfen. Und wenn nicht: «Mit einer Erkältung muss ein Fasnächtler fertig werden, das gehört fast dazu», sagt Schürch und lacht.

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