Laufenburg
Frische Fische für 1,6 Millionen Franken

Nach 25 Jahren wollen Murielle und Hans Stooss das Fischergut Rheinsulz verkaufen. Frische Fische im Wert von 1,6 Millionen Franken stehen zum Verkauf. «Wir haben keine Nachfolge und wollen wieder in den Kanton Bern zurück», sagt Murielle Stooss.

Marco Wölfli
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Murielle udn Hans Stooss

Murielle udn Hans Stooss

Zu Dutzenden schwimmen die Forellen durch den Teich. Mit gemächlichem Tempo und gut sichtbar im klaren Wasser präsentieren sie sich den Gästen. Es sind optimale Verhältnisse für ungeduldige Hobby-Angler. Die Teichbewohner sind die Attraktion des Fischerguts Rheinsulz. Für 1,6 Millionen Franken stehen die Fische zum Verkauf. Für dieses Geld gibt es selbstverständlich nicht nur schmackhafte Fische, sondern auch eine einladende Gaststätte, eine Pétanque Anlage und vieles mehr.

Vom Kiosk zur Gaststätte

Nach 25 Jahren verkauft das Wirte-Ehepaar Murielle und Hans Stooss das Fischergut Rheinsulz. «Wir haben keine Nachfolge und wollen wieder in den Kanton Bern zurück», sagt Murielle Stooss. Dort wohnen ihre zwei Töchter mit Enkelkindern und dem Rest der Verwandtschaft. Am 1. Mai 1986 wanderten die beiden aus dem Bernbiet aus und traten die Stelle als Geschäftsführer des Fischerguts an. «Am Anfang war hier nur ein Weiher und ein Kiosk», erinnert sich Murielle Stooss. Seither haben sie den Betrieb jedes Jahr erweitert und verbessert. «Darauf sind wir schon stolz», so die Wirtsfrau. Nach eigener Aussage haben sie rund eine Million in das Fischergut gesteckt. Heute sind Murielle und Hans Stooss Besitzer einer ganzen Freizeitanlage, die ein breites Publikum anzieht.

Keine konkreten Interessenten

Seit drei Monaten ist das Fischergut Rheinsulz bei der Immobilienfirma Remax ausgeschrieben. Bisher haben sich zwar einige Interessenten gemeldet, jedoch wurde noch kein Angebot konkret. Der Preis von 1,6 Millionen Franken steht für die 53-jährige Wirtin fest: «Der Gipfeli-König Fredy Hiestand hat vor 1984 fast gleich viel bezahlt und seither wurde viel investiert.»

Doch der hohe Preis schrecke auch viele Interessenten ab, räumt Murielle Stooss ein. Sie hofft deshalb, dass ein Investor die Anlage kauft und ein junges Ehepaar als Geschäftsführer einsetzt. Genau wie die Stooss’ vor 25 Jahren. Auch wenn die Besitzer noch nicht von Kaufinteressierten überrannt werden, macht sich Murielle Stooss keine Sorgen: «Wir haben keinen Druck mit dem Verkauf. Unser Ziel ist, dass das Fischergut bis in zwei Jahren verkauft ist, damit wir eventuell noch etwas Neues anfangen können.»

Charakter soll weiter bestehen

Wer das Fischergut Rheinsulz erwirbt, muss mehr können als nur wirten. Neben dem Restaurant gilt es eine Fischzucht zu leiten, und die ganze Anlage mit Spielplatz und Umschwung zu unterhalten. Diese Fülle von Aufgaben hält viele Kaufinteresssierte ab, meint Murielle Stooss. Ihre Nachfolger müssten «Allrounder» sein. Das Fischergut Rheinsulz steht auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament, jedoch sei es nicht perfekt, sagt Murielle Stooss: «Es könnte immer besser laufen, doch das Gastgewerbe hat es allgemein nicht leicht.» Dennoch skizziert sie eine positive Zukunft für das vielfältige Ausflugsziel: «Wir betreiben Erlebnisgastronomie. Das ist optimal für eine Zeit, wo die Leute über immer mehr Freizeit verfügen.»

Das Wirtepaar Stooss hat in all den Jahren nicht nur viel Geld, sondern auch viel Herzblut in das Fischergut Rheinsulz gesteckt. «Wir wünschen uns einen Nachfolger, der den Erlebnischarakter des Fischerguts weiterführt», sind sie sich einig. Noch sind Murielle und Hans Stooss die Besitzer des Fischerguts Rheinsulz.