Wittnau

Friedlicher Wettstreit zwischen den beiden Dorfteilen

Die Fasnachtsfeuer in Wittnau, eingeläutet um Punkt 20 Uhr von einem Böllerschuss, wiesen auf aktuelle und politische Themen hin. Seitenhiebe zwischen den beiden Dorfteilen waren erlaubt. Viele hofften auf trockenes und klares Wetter.

Ein Böllerschuss gab am Sonntagabend um Punkt 20 Uhr das Startzeichen, um die Feuerbilder in Wittnaus Ober- und Unterdorf zu entzünden. Mit etwas Bangen hatte so mancher das Wochenende über den Wetterbericht mitverfolgt und gehofft, dass es möglichst wenig taut und am Abend trocken und klar sein wird.

Zeitig fanden sich gegen Abend im Dorf am Leiber die sehr zahlreichen Zuschauer ein. Von dieser gegenüber liegenden Seite aus hatte man einen guten Ausblick an beide Hänge, wo die Feuer mit den bis dahin geheim gehaltenen Sujets entfacht werden sollten: bei den Oberen am Limperg und bei den Unteren am Homberg. Das Raten hatte dann bald ein Ende und der friedliche Wettstreit um die schöneren Bilder begann. Die Oberen wiesen mit dem Bild eines Wildschweins auf die immer wieder kehrenden Probleme mit diesen Tieren hin.

Mit 80 Fackeln, oder «Fächteli» wie die Wittnauer sagen, leuchtete die Silhouette einer Sau auf. Der Schriftzug «eine Plage…» im Lind unterstrich das Thema der Oberen. Die Unterdörfler nahmen das hoch aktuelle Thema «Gripen» auf. Der Kampfjet, mit einem feuerspeienden Düsenantrieb ausgestattet, wurde mit 84 Fackeln gestaltet und schoss einige Raketen in die dunkle Nacht hinaus. In der Büele, etwas unterhalb des Sujets war kurze Zeit der Name des zuständigen Departementes VBS zu lesen. Traditionell schrieben die Unteren in der Risleten die Jahreszahl 2013. Dafür wurden rund 140 Holzwellen benötigt. Nachdem die Feuerbilder leuchteten, sammelten sich bei den Oberen wie bei den Unteren die Fackelträger und rannten in einem langen Fackelzug die Hänge hinunter. Laut den Spottvers «Bürli, Bürli, Rai ab...» rufend trafen sie kurze Zeit später bei ihrem Butzer und den Zuschauern ein.

Die Vorbereitungen für das Wittnauer Fasnachtsfeuer beginnen schon lange Zeit vorher mit dem Binden der Holzwellen und dem Herstellen der Fächteli. Am Samstag werden jeweils vor Ort die ersten Arbeiten erledigt und am Sonntagnachmittag gleichen die Vorbereitungsorte auf dem Limperg wie auf dem Homberg einem kleinen Festplatz. Viele Besucher lassen es sich nicht nehmen bei Speis und Trank ihre «Fasnachtsfüürler» mindestens moralisch zu unterstützen. Die Anzünder, das sind die Paare, die im vergangenen Jahr geheiratet haben, stehen dabei im Mittelpunkt und tragen einen grossen Teil zur Finanzierung bei.

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