Bestattungen
Friedhofs-Knatsch in Gansingen

Hinterbliebene einer Einwohnerin von Gansingen verlangen Klarheit über den Bestattungstarif.

Walter Christen
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Während 96 Jahren wohnte sie in Gansingen und war stets bei der dortigen Einwohnerkontrolle angemeldet. Als sie diesen Sommer starb, wunderten sich Placi und Irmgard Schmid aus Laufenburg über die von der Gemeinde Gansingen in Rechnung gestellten Kosten für die Beisetzung ihrer Angehörigen im Gemeinschaftsgrab.

Sie wandten sich an die Redaktion: «Die Rechnung, welche die Erbengemeinschaft erhalten hat für die Einsargung des Leichnams, die Überführung zur Kremation, für das Grabkreuz, die Bestattung und anderes belief sich auf über 7000 Franken», hielt Placi Schmid fest. Und: «Sauer aufgestossen ist uns ganz besonders, dass wir für eine Urnenbeisetzung einen Unkostenanteil für die Gestaltung und den Unterhalt des Gemeinschaftsgrabes von 1500 Franken an die Gemeinde zu entrichten hatten».

Reglement: «Anhang zweifelhaft»

Gemeindeammann Martin Steinacher hatte auf Anfrage der az Aargauer Zeitung festgehalten: «Die Gemeinde stützt sich ganz klar auf das Friedhofreglement. Im Vergleich zu anderen Gemeinden in der Region befinden wir uns mit dem Gebührentarif eher noch im unteren Bereich. In einem Schreiben an den Gansinger Gemeindeammann, welches der az Aargauer Zeitung vorliegt, hielt nun Familie Schmid aus Laufenburg fest: «Das Friedhofreglement haben wir gar nicht bestritten. Mehr als zweifelhaft ist aber der Anhang vom 4. Juni 2007 über die Gebühren und Kosten. Daraus geht überhaupt nicht hervor, ob dieser Anhang jemals von der Gemeinde genehmigt worden ist.

Wir haben mehrere Gemeinden in und ausserhalb der Region bezüglich Unterhalt und Gebührentarif der Gemeinschaftsgräber angefragt, wobei praktisch alle die gebührenfreien Bestattungen bestätigt haben und dass der Unterhalt des Friedhofs, inklusive des Areals des Gemeinschaftsgrabes, Sache der Einwohnergemeinde sei. Typisch sind Ihre politisch formulierten Angaben, ‹im Vergleich zu anderen Gemeinden in der Region befinden wir uns mit dem Gebührentarif eher noch im unteren Bereich›. Interessant wäre zu wissen, mit welchen Gemeinden hier ein Vergleich angestellt wurde, damit wir die Angaben bestätigen lassen können.»

Placi und Irmgard Schmid schreiben, dass der Kanton Verständnis gezeigt habe für ihr Anliegen; die Gebühren seien unverhältnismässig hoch: «Bezüglich des Kostendeckungsprinzips wird festgehalten, dass der Gesamtertrag der Abgaben die Gesamtkosten des Gemeinwesens für die betreffende Einrichtung – also für das Gemeinschaftsgrab – nicht übersteigen darf.» Familie Schmid ist gespannt auf die Angaben von Gemeindeammann Martin Steinacher.