Der Gemeinderat Rheinfelden entscheidet, ob in der Nähe des Alters- und Pflegeheims Lindenstrasse eine temporäre Windenergie-Anlage für maximal 5 Jahre errichtet werden darf. Gegen das Baugesuch hat es nämlich Einsprachen gegeben, wie die az Aargauer Zeitung in Erfahrung bringen konnte.

Die AEW Energie AG, Aarau, und das Konsortium VEiN (Verteilte Einspeisung ins Niederspannungsnetz) planen im Garten der Privatliegenschaft am Jakob-Strasser-Weg 1 den Bau einer Versuchsanlage für die Nutzung von Windkraft. Vorgesehen wäre ein rund 10 Meter hoher Stahlmast mit einem Propeller zur Windnutzung an der Spitze. Die Anlage würde ausschliesslich Forschungszwecken dienen.

Test der Netzeinspeisung

Den Gesuchstellern geht es nicht darum, möglichst viel Windenergie nutzen zu können. Sie wollen mit der Anlage unter anderem testen, wie sich das Stromnetz bei der Einspeisung von Energie verhält. Denn jenes Quartier ist für den Test ausgeschieden worden und es hängen bereits einige Einspeiselieferanten an diesem Musternetz. Es sind dies drei Photovoltaikanlagen und zwei Blockheizkraftwerke, die Strom aus Erdgas produzieren. Mit dem kleinen Windkraftwerk könnte ein weiterer Energieträger auf sein Einspeiseverhalten getestet werden.

Wie Projektleiter Louis Lutz von der AEW Energie AG im Gespräch mit der az Aargauer Zeitung erwähnte, wäre für den Netzversuch auch noch ein Kleinwasserkraftwerk sehr interessant gewesen. Doch ein solches Vorhaben am Magdenerbach wäre viel zu teuer geworden. Immerhin wird alleine für die Montage des Windrades bereits mit 42000 Franken gerechnet.

«Anlage würde nachts abgestellt»

«Bei einem informellen Treffen mit den Einsprechern liessen zwei Personen durchblicken, dass sie absolut nicht kompromissbereit sind und die Versuchsanlage strikte ablehnen. Dabei haben wir ihnen sogar angeboten, das Windrad nachts abzustellen, wenn sich herausstellen sollte, dass der Geräuschpegel zu hoch ist. Es reicht aus, wenn es tagsüber läuft, wo allfällige Lärmentwicklungen in den Umgebungsgeräuschen untergehen. Wir wollen ja lediglich erforschen, wie sich die Anlage bei der Einspeisung des Stroms ins bestehende Netz verhält», hielt Projektleiter Lutz weiter fest. «Aber wir haben mit Widerstand gerechnet. Selbst Kleinstprojekte sind heutzutage schwierig zu realisieren.»

Auf die Frage, ob das Windrad auch ausserhalb des Wohngebiets aufgebaut werden könnte, meine er: «Durch das Niederspannungsnetz und die dort vorhandene Transformatorenstation ist der Standort gegeben. Es macht nur Sinn, das Windkraftwerk innerhalb dieses für den Test ausgeschiedenen Gebiets zu betreiben.»