Regionalisierung

Fricktaler Spitexen plagt Angst vor Anonymität

Spitex-Klienten bauen oftmals eine Beziehung zu den Pflegenden auf – das soll so bleiben.

Spitex-Klienten bauen oftmals eine Beziehung zu den Pflegenden auf – das soll so bleiben.

Fricktal Regio klärt derzeit ab, ob die Spitexen im Fricktal regionalisiert werden können. Bei den Organisationen stösst sie dabei auf Skepsis. Es laufe doch gut, so wie es ist, heisst es reihum.

11 eigenständige Spitexen gibt es heute im Fricktal: Kaisten-Ittenthal, Möhlin, Kaiseraugst, Rheinfelden, Magden, Wegenstettertal, Mittleres Fricktal, Regio Frick, Regio Laufenburg und Oberes Fricktal. Der Planungsverband Fricktal Regio (Repla) hat nun eine Regionalisierung angeregt. «Wir haben den Auftrag der Gemeinden, uns um die Planung der Altersbetreuuung zu kümmern», sagt Repla-Hans Ulrich Bühler.

Ein wichtiger Punkt dabei seien die benötigten Pflegebetten. «Deshalb ist es wichtig, zuerst über die Spitexen zu reden. Denn je grösser und leistungsfähiger eine Spitex ist, desto weniger Pflegebetten braucht eine Gemeinde», sagt Bühler. «Das käme sowohl dem Wunsch der Klienten, möglichst lange zu Hause zu bleiben, als auch jenem der Gemeinden entgegen.»

Oberes Fricktal ist skeptisch

In Sitzungen mit Vertretern der Spitexen und Gemeinden hat die Repla auf die laufenden Abklärungen aufmerksam gemacht. Auf Gegenliebe stösst sie aber nicht überall. «Bei uns läuft alles rund. Ich sehe es einfach nicht ein», sagt Hans Basler, Präsident des Spitex-Vereins Kaisten-Ittenthal. Finanziell sei die Spitex Kaisten-Ittenthal gut aufgestellt. Und sowohl die Klienten als auch die Mitarbeitenden seien zufrieden, sagt Basler. Er fürchtet, dass das Spitex-Personal bei einer Regionalisierung neu aufgeteilt würde. «Das wäre gar nicht im Sinne der Klienten, die sich oft an unsere Mitarbeiter gewöhnen und eine Beziehung zu ihnen aufbauen», sagt Basler.

Ähnlich sieht es Thomas Petermann, Präsident des Spitex-Vereins Regio Laufenburg. «Auch ich habe Bedenken», sagt er. Trotzdem: Den Abklärungen der Repla will er – wie Hans Basler – offen gegenüberstehen: «Es ist schwer, etwas zu entscheiden, wenn es nicht geprüft wurde.» Vor allem in der Administration sieht er Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.

Entschieden ist noch gar nichts

Diese sieht auch Max Zumstein, einer der Initianten des Projekts und Präsident des Spitex-Vereins Möhlin. «Es gibt Doppelspurigkeiten, vor allem was die Administration betrifft». Eine Zusammenschliessung der Spitexen im Fricktal würde auf dieser Ebene bestimmt Sinn machen, sagt Zumstein. Auch deshalb steht im unteren Fricktal eine Fusion im Raum. Ein Stellenabbau sei kein Thema. Und gleich bleiben müssten die Leistungen vor Ort, sagt Zumstein. «Am Verhältnis zwischen Klienten und Pflegenden darf sich nichts ändern», sagt auch Hans Ulrich Bühler.

Er versteht die Ängste vor «einem anonymen Grossgebilde», bittet die Spitexen aber, die «Abklärungen nicht zu scheuen.» Denn: «Entschieden ist noch gar nichts», sagt Bühler. Ein Fragebogen, der in nächster Zeit an die Spitexen verteilt wird, soll erst einmal die genauen Grundlagen erheben. Ein Fachbüro werde dann die weiteren Möglichkeiten abklären, sagt Bühler. «Diese werden dann wiederum mit den Spitexen und Gemeinden analysiert und das weitere Vorgehen besprochen.»

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