Rheinfelden/Sheffield

Fricktaler Snookerspieler sorgt für Schweizer Premiere: Alexander Ursenbacher schafft WM-Einzug

Der Fricktaler Snooker-Profi Alexander Ursenbacher kämpfte um sein WM-Ticket. (Archivbild)

Der Fricktaler Snooker-Profi Alexander Ursenbacher kämpfte um sein WM-Ticket. (Archivbild)

Sämtliche Daumenpaare in der Schweizer Snooker­szene, einer Variante des Billards, waren am Montag für einen Fricktaler gedrückt: Alexander Ursenbacher, der aus Rheinfelden stammt.

Er bestritt seinen letzten von drei Qualifikationsmatches für die Weltmeisterschaft im August im englischen Sheffield. Und die gedrückten Daumen schienen zu helfen, Ursenbacher schaffte die Sensation und qualifizierte sich als erster Schweizer überhaupt für das WM-Hauptfeld der 32 weltbesten Snooker-Spieler.

Der Sportsender Eurosport hatte zwar angekündigt, erstmals auch eine Snooker-­WM-Quali zu übertragen. Doch bei acht Matches gleichzeitig ruhten die Kameras des TV-Senders dann doch auf anderen Tischen und Spielern. Wie sich Ursen­bacher schlug, konnten seine Fans auf dem Liveticker der Website von World Snooker mitverfolgen.

Qualifikation spannend wie noch nie

Ursenbacher, in der Weltrangliste auf Platz 86, besiegte im entscheidenden Match den 42-jährigen Andrew Higginson (Weltnummer 58) mit 10:8. Dem 24-jährigen Ursenbacher, der mit 12 mit dem Snooker startete und mit 17 Profi wurde, war in seiner Karriere schon fünfmal an der WM-­Quali mit dabei. Das erzählt Franz Stähli, Präsident der Sektion Snooker Schweiz.

«Wenn er sich treu bleibt, hat er gute Chancen, in meinen Augen ist er der Favorit», sagte Stähli noch vor Feststehen des Endresultats. Viel hänge von der mentalen Stärke ab, davon, die Nerven unter Kontrolle zu halten. «Beim Snooker kommt es auf das Momentum an», erklärt Stähli. Da fielen Voraussagen über den Machtausgang eher schwer.

Alexander Ursenbacher gelang im vorherigen Match ein persönlicher Rekord mit einem 141er-Break.

Der Einzug des Fricktalers ins WM-Hauptfeld ist gemäss Daniel Holliger, Vizepräsident der Sektion Snooker Schweiz, ein Coup der ganz besonderen Sorte: Denn Ursenbacher ist nicht nur der erste Schweizer, sondern auch gleich noch der erste deutschsprachige Europäer, der sich in einem Sport, den traditionell die Briten dominierten, mit der Topelite messen kann.

«Das ist ein unglaublicher Erfolg für die Schweiz», sagte Holliger. Bereits der Sieg gegen Gary Wilson in der Quali sei sehr überzeugend gewesen.  Und Wilson ist nicht irgendwer: 2019 war der Engländer immerhin bis in den WM-Halbfinal vorgestossen und dort erst am späteren Weltmeister gescheitert. Holliger bescheinigt Ursenbacher denn auch, «mental sehr stark und spielerisch top» zu sein.

Nun kann der Fricktaler gleich in England bleiben. Dort findet vom 1. bis 16. August die WM statt. Auf der Insel hält er sich ohnehin meistens auf. Zu Hause in Rheinfelden bei den Eltern ist er nur noch ­sporadisch.

Alexander Ursenbacher gegen Andrew Higginson

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