Skirennfahrer Simon Heinzmann hatte sich für den Riesenslalom an der Winter-Universiade im kasachischen Almaty viel vorgenommen. Im ersten Lauf war der 21-jährige Ueker an den Weltsportspielen der Studenten auch gut unterwegs. Doch zehn Tore vor dem Ziel stürzte er. Der Traum von der Top-10-Platzierung war damit geplatzt.

Simon Heinzmann, Sie waren im ersten Lauf gut unterwegs, stürzten dann aber kurz vor dem Ziel und belegten am Schluss den 45. Platz. Enttäuscht?

Simon Heinzmann: Selbstverständlich! Ich bin mit 39 ins Rennen gestartet – und eine Top-15-Platzierung wäre möglich gewesen. Im ersten Lauf hatte ich eine Super-Zwischenzeit, die mich bis auf Rang 13 hätte bringen können. Rund zehn Tore vor dem Ziel bin ich dann gestürzt und verlor somit das Rennen. Da ich nach dem Sturz noch weiterfuhr und die Ziellinie überquerte, konnte ich den zweiten Lauf auch noch bestreiten. Aber das Rennen war kurz vor Ende des ersten Laufes für mich zu Ende.

Woran lag es?

Die Vorbereitung war perfekt. Ich würde mich wieder gleich vorbereiten. Klar, Kleinigkeiten justiert man immer, aber im Gesamtbild war meine Vorbereitung top. Auf dem Innenski auszurutschen, wie es mir im ersten Lauf passierte, ist ein klassischer Fehler. Ich bin noch immer darüber verärgert. Obwohl ich weiss, dass dies zum Sport gehört und dass dies auch schon fast jedem der Weltbesten unterlaufen ist, ist es doch immer noch sehr ärgerlich.

Wollten Sie zu viel?

Ich habe alles so gemacht, wie ich es mir vorgenommen habe. Das Problem war nur diese eine Kurve, in der ich den fatalen Fehler machte, der mir einen Erfolg an dieser Universiade verwehrte.

Wie kamen sie mit dem Kurs zurecht?

Der Kurs war so gesteckt, wie ein Riesenslalom sein sollte, vielleicht eher etwas auf der schnellen Seite – auch wegen der harten und eisigen Pistenverhältnisse. Aber der Kurs war für mich sehr gut. Es wäre alles angerichtet gewesen.

Sie starteten mit der Nummer 39. Hatte das einen Einfluss?

Die Piste war markiert, sprich: Auf der Linie war es eisig und daneben eher weich, da nicht immer gleichmässig gerutscht wurde. Aber ich bin zurechtgekommen. Ich war an diesem Tag bereit! Ich fühlte mich schon lange nicht mehr so gut am Start wie an diesem Tag. Es sollte einfach nicht sein.

Nach dem ersten Lauf waren Sie 55. Geht man da an den Start und sagt sich: Alles oder nichts?

Das Rennen war bereits vorbei, einen Rückstand von über fünf Sekunden aufzuholen, ist unmöglich. Zudem kam zum Schluss des zweiten Laufes sehr dichter Nebel auf, den die Top-30-Fahrer noch nicht so hatten. Somit riskierte ich nicht mehr mein allerletzes Hemd, weil das Rennen gelaufen war und ich noch eine Saison vor mir habe.

Wie wirkte sich der Nebel aus?

Mit dem stockdichten Nebel konnte ich die Konturen der Piste nicht mehr erkennen. Da ich nichts vom Boden sah, kam der Druck oft früher als erwartet und ich war an einigen Toren arg am Limit, sprich: für einen Riesenslalom extrem nah am Tor. Es war schade, dass die Athleten am Schluss nicht die gleichen Voraussetzungen hatten wie jene am Anfang, denn ich war am Start bereit, einen Top-Lauf mit gleicher Rezeptur wie im ersten Lauf hinunter zu ziehen.

Mit welchem Gefühl reisen Sie heim?

Es war eine tolle Erfahrung, die Athleten, das «Athlete Village» – einfach unvergesslich. Nur das Resultat fehlt. Deshalb reise ich auch mit einem gewissen Ärger ab, den ich hoffentlich bald verarbeiten kann.

Was sind Ihre weiteren Saisonziele?

Ich will mich weiter in der Weltrangliste verbessern – und in jedem Rennen voll angreifen. Ich werde weiter hart im Training an mir arbeiten, um noch mehr Speed und Konstanz aufzubauen und bei den Rennen umzusetzen.

Welche Eindrücke nehmen Sie aus Almaty mit?

Es waren tolle Spiele, die gut organisiert waren. Ich würde mich über eine neue Chance in zwei Jahren an einer Universiade sehr freuen – auch, um die Statistik des fehlenden Resultates zu korrigieren.