Von Jahr zu Jahr steigen in der Schweiz die Gesamtmengen an Kehricht – und auch die auf den Strassen und Plätzen umherliegenden Abfälle. Oftmals ist Achtlosigkeit und Bequemlichkeit der Grund. Vor sieben Jahren lancierte der Planungsverband Fricktal Regio die Initiative «Sauberes Fricktal» mit dem Ziel, ohne Drohfinger diese Problematik öffentlich noch mehr zu thematisieren.

In diesem Jahr richtet sich die Arbeitsgruppe mit viel Hintergrundinformationen und Anleitungen zum Thema «Werte der Strasse» sowie Littering an die Schulen im Fricktal und erstmalig auch an Schulen der Juraparkgemeinden. Die Auftaktveranstaltung dazu zum Aktionsmonat Mai fand am Freitag in Wallbach statt.

Hundertwasser als Vorbild

Gisela Taufer, Präsidentin des Gemeindeverbands Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF) und Leiterin der Arbeitsgruppe, freute sich, dass 40 Schulen ihre Teilnahme gemeldet haben. Erika Abt, Mitglied der Arbeitsgruppe, stellte das dazugehörige Unterrichtsdossier für die Lehrer vor. Sie begann mit einer Collage vom bekannten Künstler Hundertwasser. In diesem Kunstwerk hatte er weggeworfenes Papier, Zigarettenstummel und vieles mehr zu einem Bild zusammengestellt. Zeigen wollte er damit, dass alles wertvoll ist, vorausgesetzt, den Dingen wird nicht nur Beachtung geschenkt, sondern sie werden wiederverarbeitet – «Werte der Strasse» also.

Im Dossier wird gezeigt, wie Lehrpersonen ihre Schüler animieren können, sich im öffentlichen Raum nach achtlos Weggeworfenem umzusehen, diese Fundstücke in den Unterricht mitzubringen, gemeinsam zu überlegen, ob und wie diese Sachen rezykliert oder korrekt entsorgt werden können. Die Auswirkungen von Littering werden im Dossier ebenso thematisiert wie Massnahmen dagegen.

Mit viel Wissen versehen kreieren die Schulklassen nun aus ihren Fundstücken Collagen und fügen eine Botschaft hinzu. Diese kleinen Kunstwerke werden für einen Wettbewerb eingereicht. Die drei besten prämiert eine Jury am 30 Juni in Linn (Bözberg).

Anna Hoyer vom Jurapark Aargau, der das Schulprojekt unterstützt, lobte, es sei nicht nur nahe an der Lebenswelt, sondern auch die künstlerische Umsetzung sei grossartig.