Rheinfelden
Fricktaler lädt zur Bildreise in die Camargue ein

Naturfotograf und Schriftsteller Karl Weber aus Magden präsentierte in der Kapuzinerkirche sein Spätwerk «Camargue – Land im Wind».

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Sie stellen «Camargue – Land im Wind» vor: Karikaturist, Schauspieler und Rezitator Jürgen von Tomëi, Autor und Fotograf Karl Weber sowie Buchgestalter und Verleger Peter Meurer (v.l.).

Sie stellen «Camargue – Land im Wind» vor: Karikaturist, Schauspieler und Rezitator Jürgen von Tomëi, Autor und Fotograf Karl Weber sowie Buchgestalter und Verleger Peter Meurer (v.l.).

Henri Leuzinger

Das entspannt aufspielende ad-hoc-Jazz-Trio mit dem Bassisten Philippe Schärrer, Rheinfelden, Stefan Pfeffer, Rheinfelden-Baden, Gitarre und dem souveränen René Heckendorf, Basel, mit seinem Bariton-Saxophon sorgte an der Buch-Vernissage für die heiteren Akzente in einer sonst eher besinnlichen, um nicht zu sagen wehmütigen Stimmung. Denn es war das letzte Werk des Naturfotografen und -Schriftstellers Karl Weber, Magden, das es zu feiern gab. Überdies dominierten in der Kapuzinerkirche Rheinfelden Rückblicke und Erinnerungen in den Worten der Referenten Kurt Rosenthaler, der durch den Abend führte, Martin Erdmann, Weggefährte von Karl Weber im Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden sowie des Autors selber.

Stadträtin Béa Bieber gratulierte zum neu gestalteten Buch über die Camargue, das bisher nicht gehobene Schätze aus dem reichen Bilderfundus von Karl Weber zeigt. Auch der Text kommt aktualisiert und aufgefrischt daher – neben den beeindruckenden Aufnahmen die grosse Stärke des Buches. Davon zeugten die beiden Lesungen, die Jugendfreund Jürgen von Tomëi, selber Autor, Karikaturist und Schauspieler, vortrug und dabei den leisen köstlichen Humor in Karl Webers Naturbeobachtungen sehr schön zur Geltung brachte.

Schwieriges Umfeld

Es ist ein verlegerisches Wagnis, heute einen Natur- und Landschafts-Bildband auf den Markt zu bringen. Buchgestalter Peter Meurer vom Verlag Ismero, Olsberg, liess sich, wie schon bei den früheren Werken von Karl Weber, für das Projekt gewinnen, das allerdings nur dank grosszügigen Sponsoren zustande kam und sich nun in einem schwierigen Umfeld bewegt. Damals, in den späten 1960er-Jahren, galt Karl Webers erstes Camargue-Buch zu Recht als Meisterwerk der Naturfotografie, der Film dazu als Sensation. Heute indessen gelingen dank ausgeklügelten Gerätschaften, fernsteuerbaren Kameras und der Digitaltechnik unglaublich gute Bilder in einer kaum für möglich gehaltenen Qualität, selbst unter widrigsten Bedingungen. Das Publikum, wenn es denn vom Bildschirm wegzubringen ist und zum Buch greifen soll, ist daher verwöhnt. Dass Karl Webers Spätwerk selbst solche Ansprüche zu erfüllen vermag, verdient Respekt, das Buch Beachtung. (hl)

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