Rheinfelden/Aarau
Fricktaler kämpfen um Berufsschule – mit 276 Unterschriften

Eine Fricktaler Delegation übergab Regierungsrat Alex Hürzeler am Donnerstag eine Petition für den Erhalt des Berufsbildungszentrums Fricktal. Hürzeler konnte ihnen zwar keine Versprechen machen, aber er gab den Fricktalern etwas Hoffnung.

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Christoph Grenacher überreicht Bildungsdirektor Alex Hürzeler die 276 Unterschriften. Begleitet wird er von einer Delegation Fricktaler Unternehmer.

Christoph Grenacher überreicht Bildungsdirektor Alex Hürzeler die 276 Unterschriften. Begleitet wird er von einer Delegation Fricktaler Unternehmer.

AZ

Eine kleine Schachtel übergab Christoph Grenacher am Donnerstagmorgen Regierungsrat Alex Hürzeler. «Eine kleine Schachtel, deren Inhalt aber viel symbolisiert», sagte der Initiant der Petition für den Erhalt des Berufsbildungszentrums Fricktal (BZF). So seien in den vergangenen Wochen nicht weniger als 276 Unterschriften zusammengekommen.

Unternehmen haben unterschrieben

Unterschrieben haben neben Einzelpersonen auch Vertreter von neun Gewerbevereinen, von Unternehmen mit insgesamt 6500 Angestellten und 500 Lehrlingen sowie von 14 Gemeinden. «Sie alle finden, dass etwas nicht sein kann: Dass, wenn die Aargauer Regierung ans Sparen denkt, sie auch an Bildung denkt», so Grenacher.

Hintergrund ist die Debatte um die Umgestaltung der Aargauer Berufsschullandschaft. Die Regierung möchte diese unter dem Titel «Standort- und Raumkonzept Sekundarstufe II» neu ordnen. Bei einer Variante würde das BZF geschlossen, bei einer zum Aussenstandort der Schule in Brugg – und nur bei der Variante Beta bestünde das BZF weiterhin eigenständig.

Vorlage bald im Parlament

Derzeit arbeite der Regierungsrat an der Vorlage für den Grossen Rat, sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler vor der Delegation aus Fricktaler Unternehmern, die mit Grenacher zur Unterschriftenübergabe nach Aarau gereist waren. Ende April soll die Vorlage vom Regierungsrat verabschiedet und im Juni im Parlament behandelt werden.

Die Petition verlangt vom Regierungsrat, dass er auf die angedachte Schliessung des BZF verzichtet. «Wir wünschen uns, dass das BZF erhalten, gestärkt und ausgebaut wird», sagte Grenacher. Die Schule sei für die Standortattraktivität der Region entscheidend. «Fricktaler Unternehmen und Gewerbetreibende sind als Arbeitgeber auf gut ausgebildetes Personal angewiesen.»

Schnittmenge aus den Varianten

Hürzeler nahm die 276 Unterschriften dankend entgegen, konnte den Fricktalern aber keine Versprechen abgeben. «Die Petition ist ein starkes Zeichen aus der Region – wie wir auch aus den anderen Regionen starke Zeichen erhalten haben», so Hürzeler.

Er liess durchblicken, dass die Vorlage wohl «eine Schnittmenge» aus den drei Varianten beinhalten werde. «Klar ist, dass der Vorschlag mehrheitsfähig sein muss. Wir wollen kein jahrelanges Pingpong», sagt Hürzeler. Als ein starkes Argument für das Fricktal schätze er ein, dass es hier im Gegensatz zu allen anderen Regionen keine Kantonsschule gibt. «Das spricht für das Fricktal als Berufsschulstandort.»