Fricktal

Fricktaler helfen beim Bau einer 235 m langen Brücke in Mosambik

Das Brückenprojekt in Mosambik ist abgeschlossen. Die Brücke erstreckt sich über ein Sumpfgebiet in der Provinz Inhambane in Mosambik. Der Hilfsverein «Abraçar Mozambique» trägt einen wesentlichen Beitrag dazu bei.

Nach über vier Jahren Vorbereitung und insgesamt drei Monaten intensiver Bauzeit konnte die Brücke über den Sumpf in der Provinz Inhambane in Mosambik eingeweiht werden. Es war ein bewegender Moment, als Jan Berther, Präsident des Fricktaler Hilfsvereins «Abraçar Mozambique», an der Generalversammlung des Vereins vom Brückenbau in Inhambane berichtet. Detailliert schildert er die vorgenommenen Arbeitsschritte und illustriert mit Fotos die einzelnen Bauphasen, die schliesslich zu einem erfolgreichen Abschluss fanden: Die Brücke steht – und sie ist atemberaubend.

235 Meter über ein Sumpfgebiet

Vor allem aber ist sie eines – und zwar nützlich. Das 235 Meter lange Bauwerk führt quer über einen Sumpf und verbindet von nun an Meeresküste und Dorfkern mit dem hinter dem Sumpf liegenden Siedlungsgebiet. Dort befindet sich neben den Trinkwasserbrunnen auch eine Primarschule und viele Schüler, Fischer, Arbeiterinnen und Arbeiter nehmen jeden Tag den Weg durch den Sumpf unter die Füsse. Insbesondere in der Regenzeit war dies problematisch, da sich der Sumpf dann mit Wasser und Schlamm füllt und der Pfad für Kinder unpassierbar wurde.

Unterstützung bei Finanzierung

Jan Berther wurde bei einem seiner Aufenthalte in Mosambik bereits 2009 auf diesen Missstand aufmerksam und begann, mit seinem Hilfsverein «Abraçar Mozambique» das Projekt auszuarbeiten. «Es galt eine Lösung zu finden, die den Sumpf nicht verletzt – das Sumpfgebiet ist wichtiger Wirtschaftszweig und Lebensader der lokalen Bevölkerung – die aber trotzdem bezahlbar ist», erinnert sich Jan Berther.

Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten half das Glück: «Im Frühjahr 2011 wandte sich die Juseso Fricktal an uns», so der Vereinspräsident. Die Mitarbeiterinnen der Juseso waren vom karitativen Brückenprojekt begeistert und stellten ihre Jugendarbeit während eines halben Jahres unter das Motto «Helfen hilft!». Zusammen mit Jugendlichen aus dem ganzen Fricktal brachte die Juseso in Form von Spendenanlässen und Sammelaktionen über 22 000 Franken zugunsten des Brückenbaus zusammen.

Hartes Stück Arbeit unter der prallen Sonne

«Hinzu kamen private Spenden und die Unterstützung von lokalen Institutionen wie dem Frauenverein Möhlin und Obermumpf, dem Samariterverein, den drei Kirchen in Möhlin und weiteren hinzu», erklärt Jan Berther. Am Ende war dann genug Geld im Topf und das auf 35 000 Franken veranschlagte Projekt wurde begonnen.

Der Spatenstich konnte erfolgen und während dreier Monaten errichteten 13 lokale mosambikanische Arbeiter unter Jan Berthers Bauleitung die Brücke; ein hartes Stück Arbeit bei hochsommerlichen Temperaturen, in der prallen Sonne und ohne hoch technisierte, maschinelle Ausrüstung. Die Mühe hat sich definitiv gelohnt: «Die Brücke ist robust und die rund um den Sumpf ansässige Bevölkerung ist stolz und überglücklich.» An und auf der Brücke seien den ganzen Tag über Leute anzutreffen und für die Kinder ist auch ein Platz zum Spielen entstanden. Gut möglich also, dass die Brücke – ihrem Symbolwert zu Ehren – in Zukunft neben nützlichem Bauobjekt auch ein Ort der Begegnung und des Austausches wird. (az)

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