Es sind zwei Worte, die zumindest Fragen aufwerfen. Wer im Internet nach den Fricktaler Gemeinden sucht, stösst in der Adressleiste des Browsers immer wieder darauf: «Nicht sicher», steht da als Zusatz vor den Webadressen der Gemeinden. Dahinter steckt eine Neuerung bei «Google Chrome». Das Programm warnt Nutzer seit einigen Wochen mit diesem Hinweis vor Websites, die Daten unverschlüsselt im Netz übertragen. Wer auf den Hinweis klickt, erhält zudem folgende Information: «Sie sollten keine vertraulichen Informationen wie Passwörter oder Kreditkartennummern auf dieser Website eingeben, da diese von Angreifern gestohlen werden könnten.»

Droht auf den Gemeindewebsites also Datendiebstahl? Nein, betonen mehrere Gemeindeschreiber auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende». Die Nutzer müssten sich keine Sorgen machen, sagt etwa Marco Waser, Stadtschreiber in Laufenburg. «Jene Bereiche der Website, die unverschlüsselt sind, dienen lediglich der Information der Besucher. In diesen Bereichen werden die Nutzer nicht aufgefordert, Daten anzugeben», erklärt Waser. «Sobald es um sensible Daten geht, werden diese verschlüsselt verarbeitet.»

Persönliche Daten verschlüsselt

Ein Beispiel dafür ist der Bereich «Online-Schalter» auf der Website von Laufenburg. Unter dieser Rubrik können Nutzer unter anderem Raumreservationen vornehmen und Parkkarten oder SBB-Tageskarten bestellen. Dazu müssen sie verschiedene persönliche Angaben machen. Und tatsächlich: In diesem Bereich erscheint in der Adressleiste des Browsers der Zusatz «sicher». Dazu die Erklärung: «Ihre Daten wie Passwörter oder Kreditkartennummern sind privat, wenn Sie sie an diese Website senden.»

Eine stichprobenartige Überprüfung bei anderen Fricktaler Gemeinden zeigt, dass die meisten einzelne Bereiche über solch sichere Verbindungen schützen.

Ein Grossteil der Fricktaler Gemeinden arbeitet bei ihren Internet-Auftritten mit der «Innovative Web AG» zusammen. Alle Websites würden die Vorschriften des Schweizer Datenschutzes erfüllen – Google-Hinweis hin oder her, betont Lester Thompson, Leiter Verkauf. Trotzdem sieht er Handlungsbedarf. «Wir empfehlen den Gemeinden, ihre gesamte Website zu verschlüsseln, um die Kunden nicht zu verunsichern. Bei den neueren Projekten ist dies bereits Standard.»

Umrüstung wird geprüft

Auch Stefan Ries, Leiter Informatik bei der Gemeinde Möhlin, findet es «nicht optimal», wenn die Nutzer auf der Startseite mit dem Hinweis «Nicht sicher» konfrontiert werden. Es würden deshalb Abklärungen getroffen, wie aufwendig eine Umrüstung sei. «Es geht darum, dass die Nutzer gar nicht erst verunsichert werden», so Ries. Auch in Wallbach laufen entsprechende Überlegungen. «Das Ziel wäre es, dass die ganze Website als ‹sicher› taxiert wird. Das soll kontinuierlich so umgesetzt werden», sagt Simon Müller, der für die Website zuständig ist.

In Obermumpf läuft seit Februar die Überarbeitung der Website. Der neue Internet-Auftritt wird voraussichtlich Ende Jahr online gehen. «Wir legen dabei ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit», sagt Gemeindeschreiber Marco Treier. Die gesamte neue Website wird verschlüsselt sein. Denn: Es sollen gar nicht erst Fragen durch Sicherheitshinweise aufgeworfen werden.