Fricktal
Zuzgen will Verkehr bremsen: Gemeinderat beantragt flächendeckende Einführung von Tempo 30

Der Gemeinderat beantragt an der Gemeindeversammlung vom 19. November die flächendeckende Einführung von Tempo 30.

Drucken
Nur auf der Kantonsstrasse soll Tempo 50 bleiben.

Nur auf der Kantonsstrasse soll Tempo 50 bleiben.

Claudio Thoma

«Es ist nicht von der Hand zu weisen: Das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren hat stetig zugenommen.» Das schreibt der Zuzger Gemeinderat in der Botschaft zur Einwohnergemeindeversammlung vom 19. November. Der Gemeinderat beantragt dort unter Traktandum 3 die Einführung von Tempo 30 auf Gemeindestrassen im Wohngebiet. «Die Sicherheit unserer Mitmenschen im Strassenverkehr ist dem Gemeinderat ein grosses Anliegen», heisst es weiter.

Das Thema beschäftigt die Behörde demnach schon eine Weile. Ursprünglich war es ein von diversen Anwohnerinnen und Anwohnern der Lohnbergstrasse geäusserter Wunsch, dort die erlaubte Geschwindigkeit zu reduzieren. Der Gemeinderat nahm dies zum Anlass, ein Verkehrsgutachten erstellen zu lassen – mit Augenmerk nicht nur auf die Lohnbergstrasse, sondern auf die Verkehrssituation im gesamten Dorf.

Nur auf der Kantonsstrasse soll Tempo 50 bleiben

Der Gemeinderat kam dabei zum Schluss, dass nicht nur das Verkehrsaufkommen gestiegen ist. Die Verkehrssicherheit in den Quartierstrassen habe sich «zu Ungunsten der schwächeren Verkehrsteilnehmenden wie Kindern, Betagten oder Menschen mit einer Beeinträchtigung verschlechtert», heisst es in der Botschaft weiter. «In vielen Bereichen ist die Übersichtlichkeit so schlecht, dass der Bremsweg nicht ausreicht, um Schlimmeres zu verhindern.»

Bereits heute gilt in rund einem Viertel des Wohngebietes Tempo 30. Der Gemeinderat möchte dies nun auf das ganze Wohngebiet ausweiten, mit Ausnahme der Kantonsstrasse. Mit einer Reduktion des Tempos von 50 auf 30 km/h werde der Bremsweg deutlich kürzer, argumentiert der Gemeinderat. Gleich­zeitig vergrössere sich das erforderliche Sichtfeld, wodurch kritische Stellen mit ungenügender Sicht entschärft würden. «Auch kann festgehalten werden, dass der Zeitaufwand für die etwas längere Fahrzeit im Sekundenbereich liegt.»

Die vorgesehenen Kosten für die entsprechende Beschilderung und Markierung seien im Budget eingestellt worden, heisst es weiter. An der Gemeindeversammlung beantragt wird ausserdem die Erhöhung der Wassergebühren. Dies rückwirkend per 1. Oktober 2021. Bisher lag der Preis bei 2 Franken pro Kubikmeter, neu soll er 2.50 Franken betragen. Beim Budget 2022 resultiert laut Botschaft ein Ertragsüberschuss von knapp 50000 Franken. (nbo)

Aktuelle Nachrichten