Internationale Schule

Fricktal soll Privatschule für Kinder von Kaderleuten bekommen

Eine internationale Schule soll Kindern von Kaderleuten eine qualifizierte Ausbildung bieten.

Eine internationale Schule soll Kindern von Kaderleuten eine qualifizierte Ausbildung bieten.

Die Regionalgruppe Fricktal der Aargauischen Industrie- und Handelskammer hat eine Idee: Sie will in Rheinfelden eine internationale Bildungseinrichtung aufbauen, um so den Wirtschaftsstandort Fricktal zu fördern.

Zu einer Mitgliederversammlung der Fricktaler Sektion der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) gehört es, ein spezielles Thema aufzugreifen. Georg B. Weibel, Präsident der Basler Bildungsgruppe, plädierte in seinem Referat für die Gründung einer internationalen Schule in Rheinfelden.

Neu zuziehende Kadermitglieder von Unternehmen in der Region bräuchten die Chance, ihren Kindern eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen.

Hohe Standortqualität

Als Life-Sciences-Standort verzeichne das Fricktal hohe Wachstumsraten, verfüge über grosse Baulandreserven, günstige Steuersätze, ermögliche angenehmes Wohnen und biete sogar eine hohe Qualität als Naherholungsraum. Im Vergleich mit anderen Schweizer Regionen rangiere das Fricktal mit dem Bevölkerungswachstum auf Rang 1. Auch die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr, zumindest auf der Hauptachse, sei optimal. All diese Fakten erachtete Georg B. Weibel als zukunftsweisend und somit erfolgversprechend für die Installation einer Internationalen Schule Rheinfelden, kurz ISR genannt.

Englisch Unterrichtssprache

Das pädagogische Konzept sieht vor, unter einem Dach von der frühkindlichen Förderung bis zur Matur alles anzubieten, wobei die Unterrichtssprache Englisch ist; Muttersprachen sollen aber genauso gefördert werden wie forschendes und individuelles Lernen. Die ISR setzt in jedem Fall auf Mehrsprachigkeit, um einen Wechsel der jungen Leute auf andere Bildungseinrichtungen zu erleichtern.

«Der Betrieb läuft als Ganztagsschule mit klaren Strukturen», erläuterte Weibel und unterstrich: «Die Entwicklung der jungen Menschen wird unter biologischen, psychologischen und sozialen Aspekten begleitet.» Schulgelder sind pro Kind in den unteren Stufen vorerst mit 20500 Franken jährlich kalkuliert, in Richtung Matur könnten es gegen 30000 Franken sein.

Ein Wirtschaftsfaktor

Der Referent zeigte sich optimistisch: «Solch eine Schule gilt auch als Wirtschaftsfaktor, wenn wir sie haben; sie kann bewirken, dass sich neue Betriebe ansiedeln.» Da der zunächst angedachte Schulstandort im Weiherfeld «gestorben» ist, läuft die Suche nach einer anderen geeigneten Immobilie. «Eine Option ist vorhanden», bemerkte Weibel. Selbst wenn ein Neubau realisiert werden müsste, könnte eine ISR spätestens 2015 ihren Betrieb aufnehmen. Ein Finanzplan sei erstellt, man rechne darin mit einer «Durststrecke» von fünf bis sieben Jahren.

Kritisch merkte er an, dass die kantonale Betriebsbewilligung noch ausstehe. «In Aarau ist etwas Zurückhaltung gegenüber dem Schulprojekt zu spüren», drückte sich Weibel diplomatisch aus. Er wünschte sich für das Projekt eine «Anschubfinanzierung» durch Gemeinden, Firmen, Verbände, Immobilienbranche und private Anleger, denn als Träger der ISR soll eine Aktiengesellschaft dienen. Als Kapitalbedarf nannte Weibel «etwa 3,5 Millionen Franken».

AIHK-Sektionspräsident Martin Steiger deutete in seinem Jahresbericht auf die Qualitäten des Fricktals: Es gebe «grosses Potenzial» für die Fortentwicklung dieses Wirtschaftsstandortes, der «sehr gut positioniert» sei. Diesmal war die Gruppe zu Besuch bei der international operierenden Firma Jehle AG in Etzgen, die rund 170 hoch qualifizierte Arbeitsplätze in einer ländlich strukturierten Region bietet. Bei einem Rundgang durch Produktionsbereiche erfuhren die Gäste viel über Stanz- und Umformtechnik sowie Werkzeug- und Formenbau.

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