«De Kanton Aargau flügt verbi», singt Kuno Lauener im «Züri West»-Hit «Toti Flüger» und beschreibt eine Fahrt auf der Autobahn durchs Mittelland. Der Planungsverband Fricktal Regio ist der Meinung, dass auch das Fricktal oftmals nur am Fenster vorbei fliegt - und möchte dem entgegenwirken. Unter dem Motto «Rast statt Durchfahrt» sollen Reisende das Fricktal besser kennenlernen. Helfen könnte dabei nach Meinung von Fricktal Regio eine Autobahnraststätte im Fricktal. In der laufenden Legislatur, also bis ins Jahr 2017, soll deshalb geprüft werden, ob eine solche realisiert werden könnte. Konkrete Standorte hat man dabei noch keine im Auge, wie Verbandspräsident Hansueli Bühler sagte. «Wir wollen abklären, was möglich wäre.»

Möglich jedoch, dass dabei eine Raststätte in Oeschgen oder Eiken ein Revival erlebt. Vor Jahren gab es nämlich Überlegungen, dort einmal eine Autobahnraststätte zu bauen. Diese war gar im kantonalen Richtplan vermerkt. Und in Oeschgen sind Aussparungen sind in der Nähe des heutigen Lidl sichtbar. Allerdings: Mittlerweile wurde die Raststätte aus dem kantonalen Richtplan gestrichen, wie bei der Abteilung Raumentwicklung des Kantons Aargau zu erfahren war. Aus kantonaler Sicht sei ein weiterer Rastplatz zwischen Pratteln und Würenlos nicht erforderlich, heisst es im entsprechenden Streichungspapier.

Weiterer Autobahnanschluss?

Zur Entlastung der Fricktaler Gemeinden will Fricktal Regio bis 2017 zudem prüfen, ob ein weiterer Autobahnanschluss realisierbar wäre. «Der Abschnitt zwischen Eiken und Rheinfelden ist einer der längsten in der Schweiz ohne Ausfahrt», führte Hansueli Bühler an. Doch auch hier gilt: Konkrete Standorte oder gar Projekte oder Finanzierungsmodelle liegen nicht vor. Der Effinger Ammann Andreas Thommen regte an, zu prüfen ob nicht Effingen zu einem Vollanschluss ausgebaut werden könne. Der Vorstand nahm die Anregungen entgegen.

Während die Umsetzung dieser beiden Ideen noch in weiter Ferne liegt, kümmert sich Fricktal Regio künftig in bewährter Manier um aktuelle Projekte. Im kommenden Jahr soll ein Standortförderungskonzept erarbeitet werden, um Arbeitsplätze im Fricktal zu fördern. Zudem wird eine Arbeitsgruppe ein Gesamtkonzept Tourismus erarbeiten. Das Projekt «Vom Stall zum Loft» wird ebenso weitergeführt, wie Hochstammbörse oder die Energieregion als Austausch-Plattform für die Energiestädte und weitere interessierte Gemeinden.

Auf Antrag der Gemeinde Eiken hin wird zudem in den nächsten beiden Jahren der Verkehrsfluss im Fricktal unter die Lupe genommen und allfällige Massnahmen erarbeitet. Laut Präsident Hansueli Bühler soll sich 2015 eine Arbeitsgruppe vertieft mit der Thematik befassen. Eiken hatte in seinem Antrag auf die Verkehrsüberlastung und den ungenügenden Verkehrsfluss insbesondere im Dreieck Laufenburg-Stein-Frick hingewiesen.

Kampf gegen Kürzungen

Unter dem Traktandum Verschiedenes forderte Hansueli Bühler alle auf, «nach ihren Möglichkeiten, für den Erhalt des Tarifverbund Nordwestschweiz und die kantonalen Subventionen zu kämpfen.» Grossrat Roland Agustoni sensibilisierte die Anwesenden zudem auf weitere Auswirkungen, die das Sparpaket des Regierungsrates auf das Fricktal haben könnte. Er erwähnte insbesondere Beitragsreduktionen bei der Regio Basiliensis, der Basel-Area oder der grenzüberschreitenden Raumplanung. «Das sind alles Dinge, die den Interessen von Fricktal Regio zuwider laufen», so Agustoni. Er forderte den Planungsverband und die Gemeinden auf, dagegen anzukämpfen und rannte damit bei Präsident Bühler offene Türen ein.