Frick

«Fricktal im Wandel»-Verein sucht nun Unterstützung für Projekte

Su Freytag macht mit Migranten auch Ausflüge – hier ein Bild vom Bözberg mit Blick auf die Innerschweizer Alpen.

Su Freytag macht mit Migranten auch Ausflüge – hier ein Bild vom Bözberg mit Blick auf die Innerschweizer Alpen.

Su Freytag hat viele Projekte wie den SoKu-Garten Frick und die Reparier-Bar initiiert – nun wünscht sie sich engagierte Helfer.

«Fricktal im Wandel»: Diesen Namen hat sich der Verein gegeben, der im vergangenen Jahr auf Initiative von Su Freytag gegründet wurde. Die soziokulturelle Animatorin hat unter anderem das Projekt SoKu-Garten Frick (www.sokugarten-frick.ch) in Frick ins Leben gerufen.

Dort gärtnert sie mit Migranten nach den Regeln der Bioknospe. Gleichzeitig lernen die Migranten Deutsch und können sich mit der Schweizer Kultur vertraut machen. Auch die Reparier-Bar oder das Lern-Mobil gehen auf Freytags Initiative zurück.

Die Projekte haben mit dem Verein nun ein gemeinsames Organisationsdach. «Darüber bin ich sehr froh», so Su Freytag. So könnten die Aktivitäten nun über das Vereins- und nicht mehr über das Privatkonto abgerechnet werden. Ziel des Vereins sei es, Projekte mit ökolo­gischen und multikulturellen Aspekten zu ermöglichen.

Im SoKu-Garten Frick sind Freundschaften entstanden

«Bezüglich der Ökologie ist es wichtig, dass wir auch die Menschen abholen, die nicht hier geboren sind», sagt Freytag. «Am besten kann man es zeigen, wenn man es lebt.» Das beginne bei kleinen Dingen: Frittier-Öl nicht in den Abfluss zu giessen oder nicht mit weissen Schuhen und Kleidern zur Gartenarbeit zu kommen, damit es anschliessend weniger Waschmittel und Waschgänge braucht.

Freytag freut sich denn auch, dass bei den letzten Durchführungen der Reparier-Bar Migranten mithalfen, die vorbeigebrachten Gegenstände zu flicken. «Der Anlass ist auch eine gute Gelegenheit, dass Einheimische und Migranten miteinander ins Gespräch ­kommen», so Freytag. So könnten Kontakte geknüpft und allfällige Vorurteile abgebaut werden.

Mit Vorurteilen der Migranten unterschiedlicher Herkunft untereinander war Freytag zu Beginn des Projekts SoKu­-Garten konfrontiert. «Mittlerweile sind aber eine gute Eigendynamik und Freundschaften entstanden.» Im Jahr 2019 etwa halfen rund ein Dutzend Frauen und Männer mit unterschiedlicher Herkunft – Afghanistan, Sri Lanka oder Tibet – regelmässig im ­SoKu-Garten mit.

Mehr personelle Unterstützung erwünscht

Keiner der Migranten war in der Fricker Asylunterkunft untergebracht, wie Freytag sagt. Sie wohnten in Frick und umliegenden Gemeinden und hätten durch Mund-­zu-Mund-Propaganda vom Projekt erfahren. Regelmässig unterstützt wird Su Freytag bei ihren Aktivitäten und Projekten von sechs Personen. Hinzu kommen Unterstützer, die sporadisch mithelfen.

Für das neue Jahr wünscht sich Su Freytag nun mehr personelle Unterstützung, da ihr aufgrund ihrer Krankheit oft die Kraft fehle. «Es wäre schön, Leute zu finden, welche die Organisation der Reparier-­Bar übernehmen», sagt sie. Ein bis zwei dieser Anlässe sollen jährlich in Frick stattfinden. «Wenn man will, dass es solche Angebote auch künftig gibt, braucht es ehrenamtliches Engagement.»

Gleiches gilt für das Lern-Mobil. Aktuell finden darin keine Kurse statt. «Wer Fähigkeiten hat, die er weitergeben möchte, kann sich gerne melden», so Freytag. Deutsch, Mathe oder Englisch sei dabei ebenso denkbar wie Gitarre­spielen oder Stricken.

Begleiter werden gesucht

Die Tätigkeiten im SoKu-­Garten Frick sollen ab März wieder aufgenommen werden. Einige der Migranten, die bislang regelmässig kamen, wollen auch weiterhin mitmachen, wie Freytag sagt. Bei einigen sei jedoch unklar, ob sie eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten.

Auch hier werden Begleiter gesucht, die dem einen oder anderen Migranten auch nach dem Gartenbesuch persönlich beratend zur Seite stehen würden. Zudem überlegt sich Freytag eine leichte Neuausrichtung. «Es würde mich reizen, vermehrt mit Migranten zu arbeiten, die schon etwas länger in der Schweiz sind», sagt sie. Auch sei denkbar, dass der Garten künftig eher zu einem Familiengarten werde.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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