Fricktal
Hochwasser, Fehlalarme und eine Katze, die einen Wasserkocher einschaltete – das beschäftigte die Feuerwehren

Das Hochwasser im vergangenen Sommer sorgte dafür, dass die Feuerwehren entlang des Rheins Hunderte Einsatzstunden zu leisten hatten. Das zeigt sich in der Jahresbilanz: Die Rheinfelder Feuerwehrleute etwa rückten 2021 insgesamt fast 100-mal aus – mehr als in anderen Jahren. Dabei war aber nicht immer das Wasser der Auslöser.

Nils Hinden
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In Rheinfelden halfen die Feuerwehrleute mit, die Altstadt vor dem Hochwasser zu schützen.

In Rheinfelden halfen die Feuerwehrleute mit, die Altstadt vor dem Hochwasser zu schützen.

zvg/RFO Unteres Fricktal (Juli 2021)

Das vergangene Jahr wird vielen Fricktaler Feuerwehrleuten in Erinnerung bleiben – aber nicht in erster Linie wegen des Feuers und der Flamme, sondern vielmehr wegen des vielen Wassers im Sommer. Das Hochwasser sorgte gerade bei den Feuerwehren entlang des Rheins für manche Einsatzstunde.

Dutzende Einsatzstunden im Sommer

So etwa bei der Stützpunktfeuerwehr Rheinfelden, deren Einsatzkräfte beim Aufbau mobiler Schutzelemente am Brückenkopf der Rheinbrücke mithalfen, um die Marktgasse zu schützen, sollte der Rhein über die Ufer treten – wobei es letztlich nicht so weit kam.

Kommandant Marc Leber selbst war mehrere Stunden vor Ort, um die Situation immer wieder zu überwachen und kontrollieren. Das Ereignis regt ihn auch zum Nachdenken an. Er fragt sich:

«War das einfach ein aussergewöhnliches Jahr oder müssen wir in Zukunft öfters mit Wetterextremen rechnen?»

Das Hochwasser zeigt sich auch an der Zahl der Einsätze, zu denen die Feuerwehr gerufen wurde. 95 Einsätze hätten sie im vergangenen Jahr geleistet, sagt Leber. Das seien etwas mehr als in den meisten anderen Jahren. Aber: «Brände hatten wir zum Glück vergleichsweise wenige.»

Feuerwehrleute ärgern sich über mutwillige Fehlalarme

Zu den Tätigkeiten der Feuerwehr gehören auch viele kleinere, weniger zeit- und personalaufwendige Einsätze. Viele davon sind auf Alarme von Brandmeldeanlagen zurückzuführen. Dazu sagt Leber:

«Leider sind auch mehrmals Hinweise vorgelegen, dass jemand mutwillig einen Fehlalarm ausgelöst hat.»

Dagegen gehe man dann auch juristisch vor, womit man allerdings selten Erfolg habe. Zudem leistet die Feuerwehr Ölwehr, unterstützt die Polizei und rettet Personen und Tiere.

Leber erzählt auch von einem aussergewöhnlichen Fall aus dem letzten Jahr. «Bei einem kleinen Brand kam nur die Katze als Auslöser in Frage. Wir vermuten, dass es dieser gelungen ist, einen Wasserkocher anzustellen.» Er fügt mit einem Lachen an: «Keine Sorge, die Katze hat den Vorfall überlebt.»

Frick blieb von grösseren Wasserschäden verschont

Andreas Fahrni, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Frick, hatte dagegen vergleichsweise ein ruhigeres Jahr. Die Feuerwehr Frick musste rund 60-mal ausrücken – in den Jahren vor Corona waren es jeweils rund 70 bis 80 Einsätze.

Wieso man weniger ausrücken musste, weiss Fahrni nicht mit Sicherheit. Er könne nur mutmassen. Eine Theorie:

«Wir mussten weniger Brände löschen, weil die Leute mehr zu Hause waren.»

So hätten Feuer wohl nicht unbemerkt grösser werden können. Im Vergleich zu Rheinfelden hatte man zudem weniger Wasserwehr-Einsätze. Denn: Das Einzugsgebiet der Feuerwehr Frick liegt nicht am Rhein.

Ein Dank an die Mannschaft

Auch im Einzugsgebiet der Feuerwehr Raurica – dazu gehört Kaiseraugst – hat es im vergangenen Jahr selten richtig gebrannt. Rückblickend sagt Kommandant Andreas Brodbeck: «Wir haben zum Glück nur einen grösseren Brand löschen müssen.»

In Kaiseraugst hat es letztes Jahr weniger gebrannt.

In Kaiseraugst hat es letztes Jahr weniger gebrannt.

Keystone

Besonders intensiv sei jedoch der Sommer gewesen. Die Gründe sind die gleichen wie in Rheinfelden:

«Das Hochwasser und das Wetter machte uns zu schaffen.»

Weiter sagt er: «Ich möchte mich bei meiner Feuerwehrmannschaft und allen Feuerwehrleuten bedanken. Sie tragen dazu bei, dass auch in dieser schwierigen Zeit alles weiterläuft. Ihre Motivation zum Dienst für die Allgemeinheit erfreut mich immer wieder.»

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