Fricktal
Hitze sorgt für Run auf die Badis: «Die Leute mussten draussen warten, bis jemand das Schwimmbad verlässt»

Bereits vergangene Woche war es heiss und sonnig, was die Menschen zahlreich in die Freibäder der Region lockte. Am Wochenende nun wurden sogar die Kapazitätsgrenzen erreicht. An mehreren Orten mussten die Leute Geduld haben vor dem Sprung ins kühle Nass. Erst Sturm und EM sorgten für eine Beruhigung der Situation.

Simon Widmer
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Das Freibad in Frick lockte am vergangenen Wochenende auch viele deutsche Gäste an.

Das Freibad in Frick lockte am vergangenen Wochenende auch viele deutsche Gäste an.

Simon Widmer

Schon die sommerlich warmen Tage vergangene Woche lockten zahlreiche Gäste in die Schwimmbäder der Region – die Hitze vom Wochenende sorgte dann für einen regelrechten Run auf die Badis. Mancherorts mussten die Gäste für den erfrischenden Sprung ins kühle Nass gar ihre Geduld unter Beweis stellen, weil die Badis ihre Kapazitätsgrenzen erreicht hatten.

Warteschlangen wegen Kapazitätsbeschränkungen

800 Leute darf etwa das Schwimmbad Möhlin mit den aktuellen Coronamassnahmen des Bundes aufs Mal hereinlassen. Christian Herzog, Badmeister, sagt: «Es war sehr viel los. Mehrmals haben wir die Beschränkungen erreicht und die Menschen mussten draussen warten, bis wieder jemand das Schwimmbad verlässt.»

Ähnlich erging es der Badi in Laufenburg, die ebenfalls an ihre Kapazitätsgrenze von 397 Personen kam, wie Alice Wenger, Pächterin vom Badikiosk, sagt. Sie führt weiter aus:

«Es ging gerade noch. Kurzzeitig kam es zu Warteschlangen, aber das Kommen und Gehen glich sich in etwa aus.»

Etwas weniger ausgelastet waren die Schwimmbäder in Rheinfelden und Frick, die zwar auch viele Gäste verzeichnen konnten, aber durch ihre Grösse nicht an ihre Limite kamen. Diese liegt bei beiden Bädern bei rund 1500 Personen. Remo Wieser, stellvertretender Betriebsleiter des Vitamare Freizeitzentrums in Frick, sagt:

«Da wir in der Nähe der Grenze sind, hatten wir sehr viele deutsche Gäste. Sie kommen zu uns, weil in Deutschland die Richtlinien noch strenger sind.»

Anders sieht die Situation in den kleineren Fricktaler Schwimmbädern aus. Barbara Holer, Bade-Aufsichtsleiterin der Badi Magden, sagt eta: «Bei uns war dieses Wochenende erstaunlich wenig los. Wir hatten nur gut 100 Leute.» Dies sei zwar mehr als die Maximalkapazität von 61 Personen, aber wegen des tiefen Eintrittspreises würden viele nur kurz kommen.

Holer sagt weiter: «Wir hatten deshalb keine Warteschlangen, wie es letztes Jahr durch die noch strengeren Vorschriften ein paar Mal der Fall gewesen ist.»

Der Regen ist stärker als der Fussball

Ein Ende setzte dem Run auf die Freibäder erst der Wetterumschwung am Sonntag. Als es am späten Nachmittag begann zu regnen, gingen die Leute nach Hause. Auch das EM-Spiel zwischen der Schweiz und der Türkei habe einen Einfluss gehabt, wie Holer sagt: «Wir hatten weniger Jungs im Alter von 10 bis 14 Jahren. Diese waren vermutlich wegen des Fussballs zu Hause.»

Reto Herzog, Hauswart der Badi Wölflinswil, meint hingegen, für sie habe der Match am Sonntag keinen Einfluss auf die Besucherzahlen gehabt, weil das Wetter schon vor Anpfiff umschlug:

«Bei schönem Wetter hätte man die EM aber sicher gemerkt.»

Der gleichen Meinung ist auch Willy Vogt, Geschäftsführer des KuBa Freizeitcenters in Rheinfelden. Er sagt: «Bei uns war wegen des Regens nicht mehr viel los. Nur die Schwimmer, die bei jedem Wetter kommen, zogen noch ihre Bahnen. Wenn noch viele Leute da gewesen wären, wären aber sicher einige wegen des Matches gegangen.»

In anderen Jahren zeigten die Schwimmbäder die Fussballspiele jeweils auf Fernsehern. Dieses Jahr ist es mit Corona jedoch viel komplizierter, weshalb sie wie viele Anbieter von Public Viewings darauf verzichten. Es sei zu kompliziert, wenn man von allen Zuschauern jeweils die Kontaktdaten aufnehmen und für die Durchsetzung der Schutzkonzepte schauen müsste, heisst es von den Badi-Betreibern.