Fricktal
Haben Sie Ihre Steuererklärung noch nicht ausgefüllt? Bald droht eine 35-Franken-Mahnung

Ab Anfang Juli werden Mahnungen verschickt an all jene, die ihre Steuererklärung noch nicht eingereicht haben. Seit 2019 kosten diese 35 Franken. Eine Umfrage bei den Fricktaler Steuerämtern zeigt: Auch dieses Jahr müssen wohl Hunderte Fricktalerinnen und Fricktaler zahlen, weil sie zu spät dran sind.

Nadine Böni
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Für viele Steuerpflichtige nicht die Lieblingsaufgabe: Viele geben ihre Steuererklärung zu spät ab – obwohl das kosten kann.

Für viele Steuerpflichtige nicht die Lieblingsaufgabe: Viele geben ihre Steuererklärung zu spät ab – obwohl das kosten kann.

Keystone

Adolf Mösch hält es mit unangenehmen oder mühsamen Aufgaben so: «Was ich nicht gerne mache, mache ich lieber gleich – dann habe ich es hinter mir und muss mir keinen Kopf mehr darüber machen.» Der Leiter der Abteilung Steuern in Möhlin weiss: Für viele gehört das Ausfüllen der Steuererklärung zu diesen unangenehmen, teils mühsamen Aufgaben. Und er weiss auch: Viele drücken sich wochenlang davor.

Rund 55 Prozent der Steuerpflichtigen haben in Möhlin ihre Steuererklärung abgegeben, Stand Ende Mai. Abgabefrist für die unselbstständig Erwerbenden wäre dabei schon Ende März gewesen, selbstständig Erwerbende haben bis Ende Juni Zeit.

Seit 2019 kostet bereits die erste Mahnung

Bei anderen Steuerämtern sieht es ganz ähnlich aus. So etwa beim Regionalsteueramt in Laufenburg, das die Gemeinde Laufenburg sowie Schwaderloch abdeckt. Gut 58 Prozent der Steuererklärungen sind hier eingegangen. Beim Regionalen Steueramt Frick – angeschlossen sind hier die Gemeinden Densbüren, Frick, Oberhof, Wittnau und Wölflinswil – sind es 62 Prozent.

Selbst wenn dieser Tage noch viele Steuererklärungen eingehen, ist jetzt schon klar: Auch dieses Jahr werden Hunderte Mahnungen verschickt. Anfang Juli verlassen diese jeweils die Amtsstuben. Und: Seit 2019 ist bereits diese erste Mahnung kostenpflichtig. 35 Franken bezahlt jetzt, wer zu spät dran ist – und keine Fristverlängerung eingegeben hat. Falls eine zweite Mahnung nötig wird, kostet diese 50 Franken.

Kostenpflichtige Mahnungen haben Effekt

Zumindest für den einen oder anderen scheint diese Mahngebühr das grössere Übel als die Steuererklärung selbst. Jedenfalls sagt Daniela Schmid, stellvertretende Leiterin des Regionalsteueramts Laufenburg: «Die Mahnungen sind seither zurückgegangen.»

Beim Steueramt Möhlin mussten 2018 – als die erste Mahnung noch kostenlos war – rund 1300 Mahnungen verschickt werden, 2019 waren es rund 1000, wie Adolf Mösch sagt. Und auch Kurt Weiss, Leiter des Regionalen Steueramts Frick, sagt:

«Der Effekt der Mahnungen trägt sicher etwas dazu bei, dass die Steuererklärungen schneller abgegeben und die Steuerrechnungen pünktlicher bezahlt werden.»

Ob es sich dabei um einen andauernden Effekt handle, bleibe abzuwarten, so Weiss. «Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und fällt gerne in die angestammten Muster zurück.»

Nichts anderes zu tun

Ein Indiz dafür könnten die Zahlen aus Möhlin sein. 2020 war der Rücklauf an pünktlich eingereichten Steuererklärungen nämlich wieder spürbar tiefer. Wobei Adolf Mösch sich dafür auch eine andere Erklärung vorstellen kann:

«Im Frühjahr 2020 hatten die Menschen wegen der Pandemie wohl auch einfach andere Sorgen im Kopf als die Steuererklärung.»

Umgekehrt könnte für dieses Jahr nun gelten: Die Menschen haben nichts anderes zu tun als die Steuererklärung. Beim Regionalen Steueramt in Frick nämlich sind mit 62 Prozent schon deutlich mehr Steuererklärungen eingegangen als im vergangenen Jahr zum selben Zeitpunkt (55 Prozent). «Das kann auch damit zusammenhängen, dass die Steuerpflichtigen mit den Zwangsmassnahmen rund um Covid weniger Freizeitaktivitäten wahrnehmen konnten und mehr Zeit für die Steuern gefunden haben», sagt Kurt Weiss.