Fricktal
Gruppenführungen brachen um 57 Prozent ein: Rheinfelden Tourismus setzt die Hoffnungen auf den Sommer

In der Zähringerstadt sowie in Laufenburg machte Corona der Tourismus-Saison 2020 einen Strich durch die Rechnung. Trotti-Touren, neue szenische Führungen und Reisende aus der Schweiz und dem nahen Ausland sollen bald das Geschäft wieder ankurbeln.

Dennis Kalt
Merken
Drucken
Teilen
Rheinfelden Tourismus hofft, dass im Sommer viele Touristen durch die Altstadt schlendern.

Rheinfelden Tourismus hofft, dass im Sommer viele Touristen durch die Altstadt schlendern.



Bild: Oliver Wehrli (September 2018)

Neben den körpernahen Dienstleistungen, dem Detailhandel und der Gastronomie ist zweifelsohne auch die Tourismus-Branche einer der grossen Verlierer der Coronapandemie. So hat die Pandemie mit Reiseverboten und Reiserestriktionen etliche Reisebüros in Existenznöte gebracht.

Doch nicht nur Reisebüros spielte Corona übel mit. Auch in den mit dem Wakkerpreis gekürten Städten Rheinfelden und Laufenburg hatte die Pandemie Auswirkungen auf deren niederschwellige Tourismusangebote.

«Ein turbulentes Jahr liegt hinter uns», sagt Stephanie Bérthoud, Leiterin des Stadtbüros Rheinfelden. Zahlreiche Führungen mussten von Tourismus Rheinfelden der geltenden Covid-19-Massnahmen wegen annulliert werden. Kommt hinzu, dass Führungen auch von Gruppen annulliert wurden, obwohl diese hätten stattfinden dürfen. Berthoud sagt:

«Nur in den Sommermonaten und im Herbst hat sich der Tagestourismus leicht erholt, ehe der Lockdown bereits ein neues Ende setzte.»

Insgesamt bot Tourismus Rheinfelden im letzten Jahr 135 Führungen an. Bei diesen führten die Stadtführer und -führerinnen 1826 Personen durch Rheinfelden. Berthoud sagt:

«Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Einbruch von 57 Prozent an Gruppenführungen.»

Gerade für die Stadtführer und Stadtführerinnen sei es ein schwieriges Jahr gewesen, sagt Berthoud. «Sie sind es sich gewohnt, mit grosser Leidenschaft die Altstadt von Rheinfelden zu zeigen und Touristen und auch Einheimischen Unbekanntes über die Geschichte zu vermitteln.»

Tourismus Rheinfelden nimmt neues Buchungssystem in Betrieb

Leider laufe noch immer wenig, so Berthoud. «Wir müssen uns noch ein wenig gedulden, ehe wir wieder Stadtführungen anbieten dürfen.» In der Zwischenzeit habe man ein neues Buchungssystem in Betrieb genommen, über das sich Interessenten für die öffentlichen Führungen anmelden können, denn: «Es ist wichtiger denn je, dass wir die Schutzkonzepte einhalten können und die maximale Personenzahl nicht überschritten wird», so Berthoud.

Die Hoffnungen von Tourismus Rheinfelden ruhen nun darauf, auch diesen Sommer viele Gäste aus der Schweiz und dem nahen Ausland für einen Aufenthalt zu gewinnen.

Genutzt habe man die Zeit auch, um neue touristische Ideen zu entwickeln, sagt Berthoud. Dazu gehöre etwa eine neue szenische Führung zum Thema der Kurgeschichte. Ins Angebot aufgenommen habe man zudem die «Salz-Gourmet-Tour» – eine kulinarische Führung zum Thema Salz mit Apéro im Hotel Eden und einem 3-Gänge-Menu im Park-Hotel am Rhein.

Im letzten Jahr fanden in Laufenburg 61 Stadtführungen statt.

Im letzten Jahr fanden in Laufenburg 61 Stadtführungen statt.

Nadine Böni / Aargauer Zeitung

Unter dem Strich bleibt in Laufenburg ein durchzogenes Fazit stehen

«Leider überwiegt im Jahr 2020 der Zeitraum, wo aufgrund der Pandemie keine Führungen und Aktivitäten stattfinden konnten», sagt Ivan Brigante, Stadtschreiber II von Laufenburg. Immerhin sei für den Zeitraum, in dem Führungen durchgeführt wurden, das Verhältnis zu den Vorjahren durchaus positiv. So blieb unterm Strich ein durchzogenes Fazit stehen.

2020 konnten Laufenburg 61 Stadtführungen mit insgesamt 592 Teilnehmenden verbuchen. Brigante sagt:

«Ein neuer Hit waren sicher die Trotti-Touren. Diesbezüglich hoffen wir für diesen Sommer, dass dieser Trend anhält und noch weiter zunimmt.»

21 Mal waren die Trottis rund um den Cheisacher in Fahrt und mehr als 170 Jurapark-Gäste kamen in den Genuss einer Tour. Erste Anfragen seien bereits da, so Brigante.

Aufgrund der anhaltenden Coronapandemie ist seit Jahresbeginn keine Besserung spürbar, so Brigante, der hofft, dass bald wieder Normalität eingekehrt. Er sagt: «Schlussendlich besteht auch in diesem Sommer grosse Hoffnung, dass die Schweizer Bevölkerung, mehrheitlich in der Schweiz Ferien macht und möglicherweise Laufenburg als Reisedestination vorsieht.»