Fricktal
Entscheid um die Mittelschule: Es wird nochmals enger für Rheinfelden

Am 9. November entscheidet der Grosse Rat, wo die Fricktaler Mittelschule gebaut werden soll. In der Spitzenposition im Rennen der Standorte befindet sich Stein. Konkurrent Rheinfelden muss nun einen weiteren Rückschlag einstecken: Die grossrätliche Kommission Bildung, Kultur und Sport unterstützt den Minderheitsantrag nicht, Rheinfelden ins Schulgesetz aufzunehmen.

Thomas Wehrli Jetzt kommentieren
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Stein mit dem Gebiet Neumatt Ost befindet sich in der Poleposition um die Mittelschule.

Stein mit dem Gebiet Neumatt Ost befindet sich in der Poleposition um die Mittelschule.

Zvg / Aargauer Zeitung

In gut zwei Wochen, am 9. November, fällt der Grosse Rat einen für das Fricktal historischen Entscheid: Er bestimmt, wo die Mittelschule Fricktal, die im Sommer 2029 eröffnet werden soll, gebaut wird. Von den drei Standorten, die zuletzt noch im Rennen waren, hat Frick keine Chance mehr. In der Poleposition sieht sich Stein, denn für den Standort mitten im Fricktal sprechen sich nicht nur eine Mehrheit der Parteien aus, sondern auch die Regierung.

Rheinfelden gibt sich noch nicht geschlagen – und bekommt dabei vor allem Support von linker Seite. In der Anhörung stellten sich die SP, die Grünen und die GLP hinter das Zähringerstädtchen.

Von links dürfte denn auch der Minderheitsantrag in die Kommission Allgemeine Verwaltung eingespeist worden sein, statt Stein, das seit 1981 als Mittelschulstandort im Schulgesetz verankert ist, Rheinfelden ins Gesetz zu hieven. Der Antrag kam in der Kommission durch, das heisst: Mindestens 5 der 13 Mitglieder haben ihm zugestimmt. In der Kommission sitzen insgesamt sechs Vertreter von SP, Grünen und GLP.

SP, Grüne und GLP sprechen sich für den Standort Rheinfelden aus.

SP, Grüne und GLP sprechen sich für den Standort Rheinfelden aus.

Zvg / Aargauer Zeitung

Anders kam es diese Woche in der Kommission Bildung, Kultur und Sport, also der federführenden Kommission bei diesem Geschäft, heraus. Die Kommission lehnt den Minderheitsantrag – wie auch die Regierung – ab. Das geht aus der gestern publizierten Synopse hervor.

Minderheitsantrag bleibt bestehen

Was heisst das nun? Ist Rheinfelden aus dem Rennen? Nein, denn der Minderheitsantrag ist gestellt und bleibt für die Beratung im Plenum bestehen. Aber die Ablehnung des Antrages durch die Hauptkommission schwächt ganz klar die Position von Rheinfelden. Kathrin Hasler, SVP-Grossrätin aus Hellikon und Mitglied der Bildungskommission, spricht von einem psychologischen Signal, das vom Kommissionsentscheid ausgeht. Sie ist überzeugt:

Kathrin Hasler, SVP-Grossrätin aus Hellikon und Mitglied der Bildungskommission

Kathrin Hasler, SVP-Grossrätin aus Hellikon und Mitglied der Bildungskommission

Zvg / Aargauer Zeitung
«Der Minderheitsantrag hätte mehr Gewicht gehabt, wenn ihn die federführende Kommission auch unterstützt hätte.»

Der Entscheid zeigt aber auch eines: Die Unterstützer von Rheinfelden – also SP, Grüne und GLP – haben sich in der Bildungskommission nicht geschlossen hinter den Minderheitsantrag gestellt, denn sonst wäre er durchgekommen; die drei Parteien stellen zusammen fünf Kommissionsmitglieder.

In der Diskussion innerhalb der Kommission war laut Hasler ein Angelpunkt die Frage, ob die Mittelschule in einem Zentrum, also Rheinfelden, oder auf dem Land, also Stein, gebaut werden soll. Anders gesagt: Wie oft in der Politik, lief die Diskussion der Stadt-Land-Frage entlang.

Stadt-Land-Frage prägt die Diskussion

Das war schon in der Anhörung nicht anders. Während sich die Linken sowie die GLP für die Zentrumslösung aussprachen, plädierte Mitte-rechts für die dezentrale Lage, die dafür geografisch in der Mitte des Fricktals liegt. Hasler formuliert diese Position so:

«Wir müssen auch einer eher ländlichen Gemeinde wie Stein die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln.»

Zudem verfüge Stein über grosse Landreserven, was Hasler als Vorteil sieht.

Ob es die Mehrheit im Grossen Rat auch so sieht, wird sich am
9. November weisen. Doch wie der Entscheid auch ausfällt, wer das Rennen auch macht –eines ist dann zentral: «Dass es eine gute Schule für die Schülerinnen und Schüler wird», so Hasler.

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