Fricktal
Der Samichlaus kehrt zurück: Nach dem schwierigen 2020 sollen in diesem Jahr wieder Besuche zu Hause möglich sein

Die schwierige Situation in der Coronapandemie erforderte von den Samichlaus-Organisationen im vergangenen Winter eine ordentliche Portion Kreativität. In diesem Jahr nun möchten sie soweit möglich zum ordentlichen Betrieb zurückkehren und wieder Hausbesuche anbieten. Dabei zählen sie auf die Mithilfe der Familien.

Nadine Böni
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Der Samichlaus macht diesen Winter wieder Hausbesuche – beschenkt die Kinder aber gerne auch im Wald.

Der Samichlaus macht diesen Winter wieder Hausbesuche – beschenkt die Kinder aber gerne auch im Wald.

Werner Schelbert / Neue Zuger Zeitung

So richtig weg waren sie ja eigentlich nicht, der Samichlaus und seine Schmutzlis. Aber sie mussten sich angesichts der Coronapandemie im vergangenen Winter doch erfinderisch zeigen. Weil die Bestimmungen des Bundes kaum Hausbesuche zuliessen, hatten sich viele Fricktaler Organisationen eine Alternative überlegt, um Kindern trotz allem eine Begegnung mit dem Samichlaus zu ermöglichen.

In Herznach waren etwa virtuelle Besuche möglich, in Gipf-Oberfrick trugen Samichlaus und Schmutzlis Maske und in Frick, Rheinfelden, Stein und Zeiningen lud der Samichlaus für einmal zu sich ein.

Springer helfen aus, sollte ein Chlaus ausfallen

In diesem Winter nun möchten die Organisationen soweit möglich zum ordentlichen Betrieb zurückkehren – samt Hausbesuchen. Immer unter dem Vorbehalt, dass vom Bund keine neuen Einschränkungen und Massnahmen erlassen werden. «Wir haben ein Schutzkonzept erarbeitet und gehen auf Tour», sagt etwa Judith Hermes vom Katholischen Pfarramt Gipf-Oberfrick, welches die Besuche organisiert.

Zum Konzept gehört, dass während der Begegnung Abstand gehalten wird. Die Besuche werden zudem womöglich im Freien durchgeführt und die Familien sind angehalten, den Besuch abzusagen, sollte sich jemand krank fühlen. Das Gleiche gilt für Schmutzlis und Samichlaus. Hermes sagt:

«Wir haben extra mehr Springer im Einsatz, die aushelfen könnten, sollte ein Chlaus ausfallen.»

Unter anderem auch in Stein, Frick, Zeiningen, Kaiseraugst und Magden finden wieder Hausbesuche statt mit jeweils ähnlichen Konzepten.

In Rheinfelden gibt es sogar mehrere Möglichkeiten: ein Besuch zu Hause, an einem Ort im Freien – etwa im Wald – oder der Besuch beim Chlaus. Im vergangenen Jahr lud der Samichlaus zum Besuch im Garten der Stadtkirche St.Martin. «Das Angebot hat so grossen Anklang gefunden, dass wir das dieses Jahr wiederholen», sagt Alexander Bringolf von der Chlausengilde.

Familien sind gebeten, Krankheitsfälle zu melden

Die Hausbesuche können derweil nur eingeschränkt angeboten werden. Nicht alle Samichläuse würden dafür zur Verfügung stehen, sagt Bringolf. Nicht etwa, weil ihnen die Motivation fehlt. Bringolf erklärt:

«Viele unserer Chläuse gehören vom Alter her zur Risikogruppe und verzichten daher verständlicherweise noch immer auf viele Kontakte.»

Die Chlausengilde zählt ausserdem auf die Ehrlichkeit der Familien. Diese sind gebeten, den Besuch abzusagen, falls es im Umfeld einen Krankheitsfall oder -verdacht gibt. «Es geht darum, kein Risiko einzugehen», sagt Bringolf. «Im vergangenen Jahr hat das wunderbar funktioniert.»

Die ersten Anmeldungen sind schon eingegangen

Das Interesse und die Freude am Samichlaus scheinen derweil von der Pandemie nicht beeinträchtigt. Unter anderem in Stein sind bereits die ersten Anmeldungen eingegangen – obwohl die Organisatoren noch gar nichts dazu publiziert hatten. «Das zeigt, wie gross die Vorfreude ist», sagt Bernhard Meier vom Verein Steiner Samichlaus.

Ähnlich tönt es in Magden bei Beatrix Lützelschwab von der Chlausengruppe. «Wir haben bereits mehrere Anfragen von Eltern», sagt sie. Die Vorfreude auf den 6. Dezember ist bei Eltern und Kindern gross. Und auch bei den Samichläusen. Lützelschwab sagt mit einem Lachen:

«Nicht nur die Kinder haben die Besuche vermisst, sondern auch die Samichläuse.»

Gerade in diesen speziellen Zeiten werde deutlich, wie viel das Samichlaus-Brauchtum den Menschen bedeute, sagt Alexander Bringolf. «Das macht uns grosse Freude und motiviert natürlich.»

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