Fricktal
Damit der Halloween-Schabernack nicht ausser Kontrolle gerät: Regionalpolizei schickt zusätzliche Patrouille los

In gut einer Woche ist Halloween. Das Brauchtum hat sich in den vergangenen Jahren auch im Fricktal verbreitet – samt unschöner Nebengeräusche. Das bringt Gemeinden dazu, auf Anstandsregeln hinzuweisen und fordert auch die Polizei.

Nadine Böni
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In Magden sollen Halloween-Feiernde nur an dekorierten Häusern klingeln. Darum bittet die Gemeinde.

In Magden sollen Halloween-Feiernde nur an dekorierten Häusern klingeln. Darum bittet die Gemeinde.

Keystone

Die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, Allerheiligen, gehört den Geistern, Hexen und Zombies – es ist Halloween. Das ursprünglich aus Irland stammende Brauchtum hat sich in den vergangenen Jahren auch im Fricktal verbreitet. Teils mit unschönen Nebengeräuschen.

So berichtet etwa Severin Isler, Gemeindeschreiber von Magden, dass es vor einigen Jahren vermehrt negative Rückmeldungen aus der Bevölkerung gegeben habe.

«Grössere Schäden gab es zwar nicht, wohl aber Streiche und Sachbeschädigungen, die den Rahmen des Halloweenbrauchs sprengten.»

Seit einigen Jahren setzt die Gemeinde deshalb auf Prävention und veröffentlicht jeweils einige Tage vor Halloween eine Erinnerung an die Bevölkerung. So auch in dieser Woche. «Der Gemeinderat ruft die Halloween-Feiernden einerseits auf, sich auf die Regeln des Anstands und Respekts zu besinnen und andererseits nur bei jenen Häusern zu klingeln, wo draussen eine Kürbis-Laterne brennt oder eine Halloween-Dekoration zu sehen ist», heisst es darin.

Der Hintergrund: Stammt der Halloween-Brauch ursprünglich aus Irland, entstand im Amerika der 1930er-Jahre eine zusätzliche Tradition: «Trick or Treat», zu deutsch Süsses oder Saures. Kinder gehen dabei in der Nachbarschaft von Tür zu Tür und fragen nach Süssigkeiten. Rücken die Hausherrn nicht damit heraus, droht ein Streich – eben Saures. lsler:

«Wir möchten niemandem den Spass verderben. Aber es geht darum, die Bevölkerung für die Spielregeln zu sensibilisieren.»

Es solle sich schliesslich auch niemand von Halloween-Feiernden belästigt fühlen, der selbst nichts mit dem Brauchtum anfangen könne, so Isler.

Mit dieser Praxis habe man in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. «Es gab zuletzt kaum noch negative Rückmeldungen. Trotzdem ist es uns wichtig, regelmässig darauf hinzuweisen.»

Polizei ist verstärkt präsent

Ähnlich tönt es bei Polizei. «Die Situation an Halloween hat sich in den letzten Jahren tendenziell beruhigt», sagt Hansueli Loosli, Chef der Regionalpolizei Unteres Fricktal. Trotzdem bleibe Halloween eine spezielle Nacht. Loosli:

«Meistens sind es Eltern, die mit ihren Kindern Halloween feiern und in der Nachbarschaft unterwegs sind, um nach Süssigkeiten zu fragen.»

Es gebe aber auch immer wieder gewisse Gruppierungen, welche die Grenzen nicht kennen würden. Oft seien das Jugendliche.

Die Regionalpolizei Unteres Fricktal schickt am Abend des 31. Oktobers deshalb jeweils eine zusätzliche Patrouille los. Die hat in vergangenen Jahren auch schon mal eine Schachtel rohe Eier präventiv konfisziert, mit denen Jugendliche zu später Stunde unterwegs waren. «Zu gröberen Vorfällen kam es bisher kaum», sagt Loosli. Und hofft, dass das auch dieses Jahr so bleibt.

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