Fricktal
Corona trübt die Feierlaune schon wieder: Vielerorts stehen die Neujahrsapéros erneut auf der Kippe

Unbeschwert aufs neue Jahr anzustossen und gemeinsam zurückzuschauen aufs alte – vor fast zwei Jahren war das letztmals noch möglich. Corona war damals ein Fremdwort. 2021 aber fielen die Neujahrsapéros dann weitgehend ins Wasser. Und 2022? Manche Gemeinden, wie beispielsweise Stein, haben sie schon abgesagt. In anderen, wie Möhlin, sollen sie stattfinden.

Hans Christof Wagner
Drucken
Teilen
Zuletzt fand der grenzüberschreitende Neujahrsempfang der beiden Rheinfelden im Januar 2020 statt. Ob er 2022 laufen kann, ist unklar.

Zuletzt fand der grenzüberschreitende Neujahrsempfang der beiden Rheinfelden im Januar 2020 statt. Ob er 2022 laufen kann, ist unklar.

Horatio Gollin (12. Januar 2020)

Dass Gemeinden mit ihren Einwohnerinnen und Einwohnern den Start in ein neues Jahr gemeinsam feiern, ist vielerorts im Fricktal Brauch. Gemeinderäte präsentieren dabei gerne stolz das Erreichte. Sie stossen mit den Gästen an und ehren verdiente Persönlichkeiten.

Noch im Januar 2020 war das ohne Vorbehalte möglich. Dann aber kam Corona und mit der Pandemie das Problem, dass grosse Menschenansammlungen das Infektionsrisiko erhöhen. So sagten Fricktaler Gemeinden, die normalerweise Neujahrsapéros auf die Beine stellen, diese für 2021 sämtlich ab.

Gemeinderat Stein: Absage «schweren Herzens»

Zu denen, die den geselligen Anlass auch 2022 nicht durchführen werden, gehört Stein. Der Gemeinderat hat jetzt bekanntgegeben, dass er sich zur Absage des Anlasses im Saalbau entschieden hat – «nach Abwägung aller Aspekte und schweren Herzens», wie er schreibt. Aber mit den coronabedingten Schutzvorschriften und Einschränkungen lasse es sich einfach nicht ungezwungenen und gemütlich feiern – so der Tenor.

Die zuletzt stark steigenden Corona-Fallzahlen liessen zudem «mit Sorge in die Zukunft blicken». Der Gemeinderat drückt den Einwohnerinnen und Einwohnern gegenüber in seiner Mitteilung noch die Hoffnung aus, dass «dies die letzte Absage eines Gemeindeanlasses sein wird».

Über den Rhein hinweg: Grenzüberschreitend in Rheinfelden

Für den Neujahrsempfang in Rheinfelden müssen sich traditionell zwei Städte miteinander absprechen – Rheinfelden/Schweiz und Rheinfelden/Baden. Schon zu normalen Zeiten ist das keine leichte Aufgabe, in der Pandemie aber noch eine grössere Herausforderung. Rheinfeldens Stadtschreiber Roger Erdin teilt auf Anfrage mit:

«Der traditionelle grenzüberschreitende Neujahrsempfang der beiden Rheinfelden ist für Freitag, 7. Januar, terminiert.»

Die Veranstaltung werde turnusgemäss in Rheinfelden/Baden stattfinden und sei Auftakt zum 100-Jahr-Jubiläum der badischen Schwesterstadt. Für die Durchführung der Veranstaltung zeichne sie verantwortlich. «Ja, wir planen gemeinsam und beide Städte würden es gerne anbieten», bestätigt Chantal Hommes-Olaf, Sprecherin des Rathauses. Aber noch sei alles unsicher.

Rheinfelden/Baden spiele verschiedene Szenarien durch, aber alles sei abhängig davon, wie sich bis Januar die epidemiologische Lage entwickle – ob dann zu dem Anlass 3-G oder 2-G gelte, wie viele Besucherinnen und Besucher hinein dürften und welche Mindestabstände gelten.

Hommes-Olaf verweist auf die gerade im Land Baden-Württemberg in Kraft getretene Corona-Alarmstufe. Vor diesem Hintergrund falle es schwer, einen Neujahrsempfang vorzubereiten. «Im Moment ist alles Glaskugellesen», so Hommes-Olaf. Es sei offen, wann der endgültige Entscheid falle.

Möhlin will den Neujahrsapéro durchführen

Schon entschieden hat sich Möhlin, wo laut Gemeindeschreiber Marius Fricker der Neujahrsapéro am Sonntag, 2. Januar, in der Mehrzweckhalle Fuchsrain über die Bühne gehen soll – mit Zertifikatspflicht. «Wir beobachten selbstverständlich das epidemiologische Geschehen», so Fricker. Auftreten soll dabei das Harmonika Orchester Möhlin.

Die sonst üblichen Sportlerehrungen sind laut Fricker für dieses Jahr nicht vorgesehen. Der Gemeindeschreiber sagt: «Möglicherweise können wir diese Tradition wiederaufnehmen, sobald alles wieder normal läuft.» Auch Kaisten würde gerne am Sonntag, 2. Januar, mit seinen Einwohnern und Einwohnerinnen anstossen.

Nicht wie normal wird wohl auch der Neujahrsapéro der Gemeinde Mettauertal stattfinden. Gemeindeschreiber Florian Wunderlin erklärt:

«Der Anlass wird entweder ganz oder teilweise im Freien auf dem Turnhallenplatz in Mettau durchgeführt.»

Die genauen Auflagen seien noch unbekannt. Es werde ein Schutzkonzept erstellt. Grundvoraussetzung sei aber, dass die Bestimmungen die Durchführung des Anlasses zulassen. Auch in Mettauertal ist also in Sachen Neujahrsapéro noch nichts in Stein gemeisselt.

Aktuelle Nachrichten