Fricktal
Ausgebucht: Corona sorgt zu Auffahrt und Pfingsten für volle Campingplätze

Immer mehr junge Familien sind mit Campingbussen unterwegs. Reiserestriktionen für das Ausland erhöhen die Nachfrage nach Plätzen für Zelt und Wohnwagen stark ‒ auch im Fricktal. Wer nicht früh genug bucht, geht leer aus.

Dennis Kalt
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Fabian Benz und Roger Mösch (r.), Betreiber des Fricker Campingplatzes, freuen sich über die hohe Nachfrage.

Fabian Benz und Roger Mösch (r.), Betreiber des Fricker Campingplatzes, freuen sich über die hohe Nachfrage.

Dennis Kalt (25. März 2019)

Die Campingshops gehören zu jenen Unternehmen, bei denen sich die Covid-19-Pandemie positiv am Absatz bemerkbar macht. So konnte der Campingshop Kreher in Mumpf viele Neukunden hinzugewinnen, welche die Vorzüge des Campings schätzen – gerade in Zeiten, in denen eine langfristige Ferienplanung schwer möglich ist.

Auch bei der Carrosserie und Vermietung Bernet GmbH in Möhlin, ist die Nachfrage nach Wohnmobilen spürbar gestiegen.

Weniger Gäste aus dem Ausland

Dass Corona für einen Campingboom sorgt, zeigt sich auch auf den Fricktaler Campingplätzen. Dies gilt etwa für jenen in Frick, der 20 Touristenplätze bietet. Hier startete die Saison am 1. April. Trotz des relativ kalten Wetters sei der Platz immer gut besetzt gewesen, sagt Mitbetreiber Fabian Benz. Er schiebt nach:

«Über Pfingsten und Auffahrt sind wir ausgebucht. Bisher sind wir mit der Saison sehr zufrieden.»
Alf Hesse, Inhaber des Campingplatzes Bachtalen in Möhlin

Alf Hesse, Inhaber des Campingplatzes Bachtalen in Möhlin

Dennis Kalt (25. März 2019)

Eher «ruhig losgegangen» ist die Saison auf dem Campingplatz Bachtalen in Möhlin. Inhaber Alf Hesse sagt, dass er für gewöhnlich viele internationale Camper habe, die auf ihrer Durchreise für zwei, drei Tage Rast auf dem Campingplatz machten. Doch aufgrund der Reiserestriktionen habe man bislang deutlich weniger internationale Gäste als für gewöhnlich. Aber:

«Die fehlenden internationale Gäste werden vermehrt durch Schweizer, die im Inland reisen und Camping als Alternative entdecken, kompensiert.»

Hesse hat zudem festgestellt, dass es vermehrt jüngere Familien gebe, die mit einem Campingbus oder Transporter unterwegs seien.

Guido Sutter vom Campingplatz Waldesruh im Mettauertaler Ortsteil Wil spricht von einer guten Auslastung seit Saisonstart am 15. März. Man habe mehr Touristen als in gewöhnlichen Jahren:

«Die Leute wollen jetzt im Frühling hinaus und die Natur spüren.»

Auffällig sei, dass vermehrt Gäste aus Baden-Württemberg und Bayern anreisen, weil dort die Campingplätze noch geschlossen sind.

Das spontane Campen hat es schwer

Ausgebucht sei der Campingplatz bereits für Pfingsten und das lange Auffahrtswochenende. Etwa zwei Wochen im Voraus hätte man buchen müssen, um für Letzteres noch einen Platz zu ergattern. Jetzt, wo das Reisen ins Ausland erschwert sei, reservierten die Gäste öfters und früher als noch zuvor, sagt Sutter. Das spontane Campingerlebnis wie es früher Usanz war, wo man am Wochenende einfach losgefahren sei und sich kurzfristig vor Ort einen Platz zum Übernachten ausgesucht habe, gebe es so nicht mehr. Sutter:

«Einerseits ist es schön, den Platz voll zu haben, andererseits tut es mir leid, wenn ich meinen Stammgästen keinen Platz anbieten kann und sie vertrösten muss.»

Auch für die Sommerferien sei der Platz schon gut gebucht. «Viel warten die kommenden Wochen noch zu, inwiefern Möglichkeiten bestehen, ins Ausland zu reisen», sagt Sutter. So gebe es den einen oder anderen, der mit seinem Campingmobil gerne in Richtung Süden verreisen würde.